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Landesverband für Söder : Laschets Niederlage in Niedersachsen

Für ihn wird es eng: Armin Laschet am 15. April im Landtag von NRW Bild: EPA

In einer mehrstündigen Beratung des drittgrößten CDU-Landesverbands ergab sich ein eindeutiges Stimmungsbild: zugunsten einer Kanzlerkandidatur des CSU-Vorsitzenden Markus Söder.

          2 Min.

          Es ist eine weitere, herbe Niederlage für Armin Laschet: Mit der niedersächsischen CDU ist am Sonntagabend der bisher größte Landesverband auf Distanz zum Anspruch des CDU-Bundesvorsitzenden auf die Kanzlerkandidatur gegangen. In einer mehr als drei Stunden dauernden Beratung des drittgrößten CDU-Landesverbands, an der sowohl der Landesvorstand als auch die Bezirks- und Kreisvorsitzenden teilnahmen, ergab sich ein eindeutiges Stimmungsbild zugunsten einer Kanzlerkandidatur des CSU-Vorsitzenden Markus Söder.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Der größte Landesverband nach Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hatte sich in Person seiner beiden CDU-Präsidiumsmitglieder Bernd Althusmann und Silvia Breher klar für Laschet ausgesprochen. Der niedersächsische CDU-Vorsitzende Althusmann und die stellvertretende Bundesvorsitzende Breher hatten in der Präsidiumssitzung am vergangenen Montag sogar zu den ersten gehört, die sich hinter Laschet gestellt hatten. In den folgenden Tagen zeichnete sich allerdings immer klarer ab, dass die beiden damit nicht für die Mehrheit in ihrem Landesverband sprachen. Diese Unzufriedenheit wurde immer vehementer an Althusmann herangetragen.

          In der vergangenen Woche gab es in der Führung der Landes-CDU bereits Gespräche darüber, wie mit dieser Lage umgegangen werden soll. Am Wochenende wurde der Druck aus den unteren Ebenen dann so stark, dass Althusmann kurzfristig am Sonntag zu einer Besprechung um 20 Uhr einlud, an der rund achtzig CDU-Vertreter aus den Regionen teilnahmen. Die Parteiführung wollte nicht länger den Eindruck vermitteln, dass sie die Stimmung in den unteren Ebenen der Partei nicht ausreichend wahrnehme.

          Der niedersächsische CDU-Landesvorsitzende Bernd Althusmann beim Parteitag im Februar
          Der niedersächsische CDU-Landesvorsitzende Bernd Althusmann beim Parteitag im Februar : Bild: dpa

          Die Angaben, wie genau sich die Kräfteverhältnisse in der einberufenen Runde verteilten, gehen auseinander. Aus dem Umfeld von Althusmann heißt es, die Stimmung habe sich 60 zu 40 zugunsten von Söder geneigt. Althusmann sprach zum Abschluss der Beratungen von einem differenzierten Meinungsbild zugunsten von Söder, das er nun an Laschet kommunizieren werde.

          Andere Teilnehmer sprechen hingegen von deutlich klareren Kräfteverhältnissen der Besprechung: 75 zu 25 zugunsten von Söder. Bestimmend war in der Diskussion das Argument, dass man mit Söder die besseren Chancen bei der anstehenden Bundestagswahl habe. Es sei für Laschet kaum mehr möglich, seine schlechten Sympathie- und Kompetenzwerte in dem kurzen Zeitraum bis dahin zu drehen.

          Die Zustimmung war nach übereinstimmenden Angaben nicht nach regionalen oder landsmannschaftlichen Mustern verteilt. Selbst aus den Regionen nahe der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen, die wie Laschet katholisch geprägt sind, kamen klare Voten zugunsten Söder. Althusmann selbst erklärte in der Sitzung nach Angaben von Teilnehmern, dass er persönlich weiterhin für Laschet sei. Eine formale Abstimmung über die K-Frage vermied die niedersächsische CDU, um den Landesvorsitzenden Althusmann nicht in eine noch schwierigere Lage zu bringen.

          Die Wahrnehmung in der Niedersachsen-CDU lautet nun, dass es für Laschet nach dem Votum aus dem drittgrößten Landesverband kaum mehr möglich ist, seine Ambitionen auf die Kanzlerschaft aufrecht zu erhalten.

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