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Wähler-Studie : AfD hat andere „Kundschaft“ als Union

  • Aktualisiert am

Szene vom AfD-Landesparteitag im Februar 2017 in Hoyerswerda (Sachsen) Bild: dpa

Die Union konkurriere mit der AfD in Teilen um dieselben Wähler, vermuten manche. Nun stellt eine Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung fest: Die Wähler von Union und AfD unterscheiden sich wesentlich.

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          In ihren Emotionen und dem Blick in die Zukunft unterscheiden sich Wähler von Union und AfD einer neuen Studie zufolge deutlich. Nach den Ergebnissen einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten Untersuchung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung blicken AfD-Wähler anders als Sympathisanten anderer Parteien hauptsächlich pessimistisch in die Zukunft. Die Vermutung, dass die AfD eine ähnliche „Kundschaft“ habe wie die Unionsparteien, werde damit stark relativiert, sagte der Stiftungsvorsitzende Norbert Lammert. AfD-Wähler hätten ein „deutlich anderes Weltbild“, betonte der CDU-Politiker und frühere Bundestagspräsident.

          In der von der Adenauer-Stiftung beauftragten Umfrage bejahten 83 Prozent der AfD-Wähler den Satz „Wenn das so weitergeht, sehe ich schwarz für Deutschland“. In der Gesamtbevölkerung stimmte ein Drittel dem Satz zu. Eine Mehrheit findet sich auch bei Linken-Wählern für die pessimistische Aussage: 53 Prozent stimmten zu. Bei den anderen Parteien sieht nur eine Minderheit schwarz: 14 Prozent der Unionswähler, 17 Prozent der SPD-Wähler, 15 Prozent der FDP-Wähler und 22 Prozent der Grünen-Wähler stimmten dem Satz zu.

          Norbert Lammert, Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung
          Norbert Lammert, Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung : Bild: dpa

          Auch bei anderen Fragen zeigte sich den Angaben zufolge Pessimismus vor allem bei AfD-Wählern. 59 Prozent von ihnen gaben an, häufig Angst vor der Zukunft zu haben. Bei den Sympathisanten der anderen Parteien überwiegen die Optimisten, vor allem bei den Unions-Wählern: 19 Prozent von ihnen sagten, sie hätten häufig Angst. Für die Studie haben Umfrageinstitute im November und Dezember 2017 rund 2700 sowie im Januar und Februar 2018 nochmals rund 1400 Menschen befragt.

          Die repräsentative Studie soll Aufschlüsse darüber geben, welche Rolle Emotionen bei Wahlentscheidungen spielen. Dass Emotionen entscheidend sein können, sei keine neue Einsicht, sagte Lammert. Mit Rückschlüssen aus der Studie für eine Strategie seiner Partei im Umgang mit der AfD hielt er sich zurück. Genaue operative Schlussfolgerungen sehe er nicht. Er empfehle den Parteien aber, die Studie bei der Erstellung von Grundsatzprogrammen zu bedenken, sagte er.

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