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Kindesmissbrauch : Lambrecht will Strafen verschärfen

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Bundesjustizministerin Christine Lambrecht im Juni in Berlin Bild: dpa

Kindesmissbrauch und der Besitz von Kinderpornos soll mit mindestens einem Jahr Haft belegt werden. Zudem sollen weniger Verfahren eingestellt werden. Außerdem will die Justizministerin die Begrifflichkeit anpassen.

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          Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will sexualisierte Gewalt an Kindern und den Besitz von Kindesmissbrauch mit mindestens einem Jahr Haft bestrafen. „Die Strafzumessung muss den furchtbaren Auswirkungen solcher Taten auf die Kinder Rechnung tragen“, sagte Lambrecht der „Bild“-Zeitung im Vorfeld der Vorstellung ihres Reformpakets am Mittwoch. Deshalb sei eine Anhebung der Mindeststrafe sinnvoll und nötig. Aktuell liegt diese bei sexualisierter Gewalt an Kindern bei sechs Monaten und dem Kinderporno-Besitz bei drei Monaten.

          „Wer solche Videos besitzt, macht sich mitschuldig an schlimmsten Misshandlungen von Kindern“, begründete die Ministerin die geplante Strafverschärfung auch beim Besitz von Kinderpornografie. „Dort wird ja nicht geschauspielert, die Vergewaltigungen und widerlichsten sexuellen Übergriffe an Minderjährigen sind real.“

          Zudem werde „auch die Einstellung von Verfahren nicht mehr möglich sein, wenn diese Taten als Verbrechen eingestuft sind“, sagte Lambrecht weiter. Sie kündigte auch an, den Begriff „Kindesmissbrauch“ im Strafrecht abzuschaffen. „Das klingt, als gebe es auch einen legalen ,Gebrauch‘ von Kindern“, sagte sie und schlug vor, den Begriff durch „sexualisierte Gewalt“ zu ersetzen.

          Am Vormittag will Lambrecht ihre Pläne vorstellen. Sie hatte sich zuvor noch gegen Forderungen aus der Union nach Strafverschärfungen gestellt. Anfang Juni änderte sie jedoch ihre Meinung. Die Debatte hatte wegen des Bekanntwerdens mehrerer Komplexe sexualisierter Gewalt an Kindern und Kinderpornographie Fahrt aufgenommen.

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