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Lagebild Clankriminalität : In einer Liga mit der Mafia

  • -Aktualisiert am

Einer der Arbeitsschwerpunkte: Polizisten sichern während einer Razzia von Zoll und Polizei im Januar 2019 eine Shisha-Bar. Bild: dpa

Kriminelle Großfamilien spielen eine große Rolle bei der Organisierten Kriminalität. Jede fünfte Straftat geht auf ihr Konto. Was kann die Politik dagegen unternehmen?

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          Als das Landeskriminalamt Düsseldorf im Mai vor einem Jahr sein erstes Lagebild zur Kriminalität türkisch-arabischer Familienclans präsentierte, kündigte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) an, dass es von nun regelmäßig ein Update geben werde. Man brauche bei dem Thema einen sehr langen Atem. Gemeinsam mit Thomas Jungbluth, der im LKA für den gesamten Bereich Organisierte Kriminalität (OK) zuständig ist, legte Reul am Montag nun das erste Update vor. Hatte das LKA 2018 noch 104 Clans im Fokus, sind es aktuell 111. Waren für 2018 noch rund 4600 Taten und rund 2830 Tatverdächtige aufgeführt, sind es im Lagebild 2019 etwas mehr 6100 schwere Straftaten wie Körperverletzung, Raub, Betrug oder Organisierte Kriminalität und 3780 Tatverdächtige.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Direkt vergleichen lassen sich die beiden Lagebilder zwar nicht, unter anderem weil die Erhebungszeiträume unterschiedlich lang waren. „Aber legt man, konservativ gerechnet, die Kriterien der Erfassung 2018 zugrunde, ergibt sich immer noch ein Zuwachs von rund 13 Prozent sowohl bei den Straftaten wie bei den Tatverdächtigen“, sagte Reul. Je mehr ermittelt werde, desto mehr Licht komme in das noch immer enorme Dunkelfeld.

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