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Lafontaine über „Aufstehen“ : „Wir wollen das weitere Erstarken der AfD verhindern“

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Oskar Lafontaine, der frühere Bundesvorsitzende der Partei Die Linke, 2017 während eines Interviews in seinem Büro im saarländischen Landtag Bild: dpa

Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine wollen mit ihrer linken Sammlungsbewegung Arbeiter und Arbeitslose von der AfD zurückgewinnen. Auch der Sohn eines prominenten SPD-Politikers unterstützt „Aufstehen“.

          Der frühere Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine will die neue linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“ gegen die AfD in Stellung bringen. In Ostdeutschland sei die AfD „mittlerweile die Partei der Arbeiter und der Arbeitslosen“, sagte Lafontaine der „Welt am Sonntag“. „Wir wollen mit dieser Bewegung auch das weitere Erstarken der AfD verhindern“, sagte er. Die AfD würde schwächer, wenn sich im Bundestag wieder die Interessen der Mehrheit durchsetzen könnten.

          „Die AfD hätte die heutige Stärke nicht, wenn die anderen Parteien die sozialen Interessen beachtet und Renten und soziale Leistungen nicht gekürzt hätten“, sagte Lafontaine. Die vorhandenen sozialen Probleme würden durch die Zuwanderung „über Lohn- und Mietkonkurrenz verstärkt“. Er gehe davon aus, dass die AfD geschwächt werde, wenn der Zuzug beschränkt werde.

          „AfD-Wähler sind keine Rassisten“

          Lafontaines Frau Sahra Wagenknecht will Anfang September ihre Sammlungsbewegung „Aufstehen“ offiziell vorstellen. Die Linken-Fraktionschefin will damit nach eigenen Angaben keine neue Partei gründen, sondern die Voraussetzung für neue linke Mehrheiten in der Politik schaffen.

          Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) machte auch Wagenknecht deutlich, dass ihre Initiative abgewanderte Wähler von der AfD zu den linken Parteien zurückholen wolle. „Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass Unzufriedene in die Arme der AfD getrieben werden“, sagte sie. Viele wählten die AfD aus Protest, „das sind keine Rassisten, sondern Menschen, die sich von der Politik im Stich gelassen fühlen".

          Nach Angaben Lafontaines hat die Bewegung in den ersten Tagen mehr als 50.000 Anmeldungen von Unterstützern bekommen. „Wir sind sehr zufrieden. Wir haben mit einem solchen Zustrom nicht unbedingt gerechnet“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. Am Samstag berichtete der „Spiegel“ bereits von 64.000 Unterstützern. Unter ihnen ist demnach auch der Historiker Peter Brandt, der Sohn des SPD-Kanzlers Willy Brandt.

          „Gefordert ist ein entschiedener Bruch mit dem neoliberalen Irrweg“, zitierte das Nachrichtenmagazin den Brandt-Sohn. Auch die Kabarettistin Lisa Fitz und der Schauspieler Sebastian Schwarz gehören laut „Spiegel“ zu den Unterstützern von „Aufstehen“.

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