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Sinkende Corona-Zahlen : Wo Lockerungen schon in Sicht sind

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Dürfen bald auch ins Freibad: Münchner an der Isar Bild: dpa

Vielerorts sinkt die Inzidenz unter den maßgeblichen Wert von 100. Wo die Bundesnotbremse gelöst wird, gibt es wieder ein föderales Durcheinander. Ein Überblick.

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          Das Infektionsgeschehen der dritten Corona-Welle in Deutschland flaut weiter ab. Mehrere Kennwerte weisen auf eine anhaltende Entspannung der Lage hin. So lag die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) am Mittwoch bei 107,8. Schon am Donnerstag könnte der politisch maßgebliche Wert im Bund unter 100 liegen. Immer mehr Menschen in Deutschland können mit baldigen Lockerungen der Beschränkungen im Alltag rechnen.

          Die Hälfte der Bundesländer liegt schon unter dem Wert von 100. Den RKI-Daten zufolge sieht es in Schleswig-Holstein mit 49 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche besonders gut aus. Auch in Hamburg (67), Niedersachsen (78), Mecklenburg-Vorpommern (78) und Brandenburg (82) liegen die Werte deutlich unter 100. Etwas knapper ist es in Rheinland-Pfalz (93), Bremen (90) und Berlin (86). Nur noch knapp über 100 liegen das Saarland (105) und Bayern (107). Schlusslichter sind weiterhin Sachsen (144) und Thüringen (168).

          Politisch bedeutsam ist die Schwelle vor allem auf Kreisebene. Wenn der Wert an fünf Tagen hintereinander unter 100 liegt, treten zwei Tage später die einheitlichen Regeln der Bundesnotbremse außer Kraft, etwa die nächtliche Ausgangssperre und strenge Kontaktregeln. Derzeit liegt die Inzidenz laut RKI bereits in mehr als 190 von 412 erfassten Kreisen und kreisfreien Städten unter 100. In den kommenden Tagen dürften weitere hinzukommen. Für die Corona-Maßnahmen in diesen Regionen sind dann wieder die Länder zuständig.

          Die ersten Länder haben in den vergangenen Tagen schon Lockerungen für den Fall beschlossen oder angekündigt, dass die Inzidenz unter 100 bleibt. Vor allem der Tourismus und die Gastronomie können jetzt auf Erleichterungen hoffen. Die Details werden in den Ländern sehr unterschiedlich gehandhabt, aber in der Regel gelten die üblichen Abstand- und Hygieneregeln weiterhin und sind negative Coronatests oder Impfnachweise erforderlich, um von den neuen Freiheiten profitieren zu können.

          In Hamburg gilt seit Mitternacht die nächtliche Ausgangsbeschränkung nicht mehr. Restaurants und Kneipen sollen aber frühestens Anfang Juni öffnen dürfen – und vorerst nur die Außenbereiche. Auch kulturelle Einrichtungen wie Theatervorstellungen sollen dann erlaubt werden. Auch in Brandenburg gelten von Mittwoch an neue Lockerungen. In Regionen mit entsprechender Inzidenz ist Dauercampen wieder erlaubt. Vom Freitag vor Pfingsten an sollen die Außenbereiche der Gastronomie wieder öffnen und Übernachtungen auf Campingplätzen erlaubt sein. Die Landesregierung hat am Dienstag auch beschlossen, dass vom 21. Mai an Theater, Konzerte und Freiluftkinos für bis zu 100 Besucher öffnen dürfen.

          In Schleswig-Holstein werden von Montag an vor allem die Regeln im Tourismus und der Gastronomie gelockert. Unter strengen Auflagen dürfen Gaststätten auch ihre Innenbereiche öffnen. Ähnlich sieht der Plan in Mecklenburg-Vorpommern aus: Dort darf die Gastronomie von Pfingstsonntag an wieder öffnen – außen und innen. Der Tourismus in dem Bundesland wird am 7. Juni an für Einwohner des Landes und am  14. Juni für Gäste aus den anderen Bundesländern geöffnet.

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