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Naher Osten : Kushners Visionen

Ein palästinensischer Jugendlicher klettert über die israelische Sperranlage in Ramallah. Bild: AFP

Donald Trumps Schwiegersohn soll einen „Jahrhundertdeal“ für den Nahen Osten schmieden. Jetzt wird klar: Ihm schwebt tatsächlich ein ganz großes Geschäft vor.

          3 Min.

          Als Donald Trump vor zweieinhalb Jahren Präsident wurde, versprach er ein „Jahrhundertabkommen“ im Nahen Osten. Es sollte nicht nur den Konflikt zwischen Israel und Palästina lösen, sondern die ganze Region ordnen. Mit der Ausarbeitung beauftragte er seinen Schwiegersohn. Jared Kushner verkündete einen neuen Ansatz. „Wir sind Geschäftsleute“, wiederholte er in Hintergrundrunden immer wieder. Der Ansatz schien neu, doch die Protagonisten im Nahen Osten sind die alten geblieben. Und so verzögerte Kushner die Veröffentlichung seines Plans Monat um Monat. Aus dem „Jahrhundertdeal“ wurde erst ein „detailliertes Dokument“, dann war nur noch die Rede von einer „Vision“. Jetzt wollen die Amerikaner zumindest einen Teil ihres Plans im Rahmen eines „Arbeitstreffens“ in Bahrein vorstellen. Doch wer Kushners Ansatz deswegen ins Lächerliche ziehen wollte, verkennt möglicherweise dessen Stoßrichtung.

          Jochen Stahnke
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Denn politische Grundsatzfragen sollen in der bahreinischen Hauptstadt Manama mit den Palästinensern gar nicht geklärt werden. Stattdessen sind für das Treffen am 25. und 26. Juni Finanzminister eingeladen, um über eine „wohlhabende Zukunft für das palästinensische Volk“ zu sprechen. Berichten zufolge soll Kushner auch Vertreter großer internationaler Konzerne nach Manama gebeten haben, um über Investitionen im Westjordanland und im Gazastreifen zu verhandeln. Nur die Palästinenser wurden nicht einmal konsultiert. Und sagten von sich aus ab.

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