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Kultusminister zu Corona : „Wir nehmen den Kindern gerade alles weg“

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Schüler im Lockdown - dazu gehört auch: keine Freunde treffen. Bild: Picture Alliance

Keine Freunde treffen, Hobbys und Feiern verboten und nun auch noch die Schulen zu: Diese Situation könne man nicht beliebig lange fortführen, warnt Niedersachsens Kultusminister Tonne. Auch BKK-Verbandschef Knieps fordert, die Schulen wieder zu öffnen.

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          Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat auf die Entbehrungen von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Krise hingewiesen. „Wir nehmen den Kindern gerade alles weg, was ihr Leben ausmacht: Hobbys, Freunde treffen, Veranstaltungen besuchen, ins Kino gehen, zusammen feiern“, sagte Tonne der „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Montag). „Und nun mussten wir auch noch den Schulbesuch – die letzte verbliebene Möglichkeit, Kontakt zu Gleichaltrigen zu haben – massiv einschränken und nahezu auf null herunterfahren“. Diese Situation könne man nicht beliebig lange fortführen. An eine baldige komplette Wiedereröffnung der Schulen glaubt Tonne jedoch nicht. „Keiner geht davon aus, dass wir im Februar schon wieder halbwegs normal in den Schulalltag starten“, sagte er.

          Der Chef des Verbandes der Betriebskrankenkassen (BKK), Frank Knieps, hat ebenfalls vor der Gefahr länger geschlossener Schulen gewarnt und eine schnelle Öffnung gefordert. „Der Staat kann doch nicht hinnehmen, dass es vom Geldbeutel oder dem Improvisationstalent der Eltern abhängt, ob die Kinder Zugang zu Bildung bekommen“, sagte Knieps dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). „Ich habe den Eindruck, die politischen Entscheidungsträger können sich die Situation für Kinder in bildungsfernen Haushalten gar nicht vorstellen: Dass es dort Kinder ohne Computer gibt, ohne Unterstützung beim Lernen, ohne warmes Mittagessen, aber vielleicht sogar mit häuslicher Gewalt.“

          Knieps ist der Meinung, dass die Schulen wieder geöffnet werden müssten, „je schneller desto besser“. Zwar wisse man inzwischen, dass Kinder beim Infektionsgeschehen eine größere Rolle spielten als bisher vermutet. „Aber das Risiko müssen wir eingehen.“ Das grundsätzliche Ziel, Kontakte zu reduzieren, stellte er gleichwohl nicht in Frage. „Weil massive Fehler gemacht wurden, sind wir jetzt geradezu gezwungen, mit allen Mitteln zu versuchen, das Gesundheitswesen zu entlasten.“

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