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Künftiger CDU-Vorsitz : Röttgen sieht noch ein offenes Rennen

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Zuversichtlich angesichts seiner Chancen auf den CDU-Vorsitz: der frühere Umweltminister Norbert Röttgen Bild: dpa

Im Rennen um den CDU-Vorsitz attackieren die Kandidaten einander mit zunehmender Heftigkeit. Trotz der Unterstützung des mitgliederstärksten Landesverbandes in NRW für Armin Laschet glaubt Norbert Röttgen noch nicht an eine Vorentscheidung.

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          Im Wettkampf um den CDU-Vorsitz hat Norbert Röttgen seine Konkurrenten Friedrich Merz und Armin Laschet attackiert. Im Wesentlichen habe Laschet „ein Weiter-so“ angekündigt, Merz wiederum mahne eine Richtungsentscheidung an, „die ich auch für falsch halte“, sagte Röttgen der Zeitung „Welt“ von Freitag. Röttgen sagte in Bezug auf Laschet weiter: „Man kann aber nicht gleichzeitig die schwerste Krise der CDU diagnostizieren und in Inhalt und Sprache beim Status quo bleiben.“

          Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet wurde am Vorabend offiziell aufgestellt. Der Landesvorstand NRW nominierte Laschet und Spahn, die als Zweier-Team antreten. Die Unterstützung des mitgliederstärksten CDU-Landesverbandes NRW für Laschet ist nach Ansicht Röttgens aber keine Vorentscheidung. Das Rennen sei offen, sagte er der „Saarbrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe). „Es wird in keinem Landesverband ein einheitliches Delegiertenvotum geben.“ Röttgen wurde von seinem Kreisverband Rhein-Sieg für die Vorsitzkandidatur nominiert. Der frühere Unionsfraktionsvorsitzende Merz soll vom Kreisverband Hochsauerland aufgestellt werden, dies soll vermutlich Anfang März geschehen.

          Der frühere Umweltminister Röttgen warf zudem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schwere Versäumnisse in der Klimapolitik vor. Die CDU habe dieses Thema „zu stark vernachlässigt“, sagte er der „Welt“. „Nur wenn wir klimapolitische Glaubwürdigkeit für die CDU zurückgewinnen, werden wir in der Mitte wettbewerbsfähig sein.“ Röttgen unterstrich zugleich, dass er genügend Gemeinsamkeiten mit Merkel sehe, um als möglicher künftiger Parteichef mit ihr zusammenzuarbeiten.

          Laschet über Merz: Nicht reden, sondern handeln

          Derweil kritisierte Laschet seinen Rivalen Merz wegen dessen Auseinandersetzung mit der AfD. „Wähler holt man zurück, indem man überzeugende Politik macht, Probleme der Menschen löst“, sagte Laschet dem Magazin „Spiegel“. „Nicht mit Reden, sondern mit Handeln.“ Er fügte hinzu, „die falsche Antwort wäre es, AfD-Themen zu übernehmen und deren Sprache zu sprechen“. Den Grünen und deren Parteivorsitzendem Robert Habeck warf Laschet einen Mangel an politischer Substanz vor. Die Partei trage keine Regierungsverantwortung und könne sich so „zu jedem Thema, das sie besetzen wollen, betont gefühlig äußern“, sagte Laschet dem „Spiegel“. Besonders beliebt seien „die philosophischen Betrachtungen eines Poeten aus dem Norden“, fügte er in Anspielung auf Habeck hinzu. „Das klingt ganz gut, verliert aber bei genauem Zuhören oder Nachfragen schnell an Substanz.“ Laschet fordert die Grünen zu programmatischer Klarheit auf. Im Bundestagswahlkampf wollten die Menschen etwa wissen, wie Deutschland Industrieland bleiben könne und wo der Strom herkomme.

          Derweil warnte der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, die Unterstützer der bislang drei prominenten Bewerber vor gegenseitiger Diffamierung. „Wenn sich alle so angreifen, dass am Ende der Gewählte beschädigt ist, haben wir als Partei gemeinsam nichts gewonnen“, sagte er der „Rheinischen Post“. Kuban rief „alle in der Union zu einem Verhalten auf, das für den eigenen Kandidaten wirbt, aber nicht die Anderen diffamiert“. Der Nachfolger von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer soll bei einem Sonderparteitag am 25. April gewählt werden.

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