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Cornelia Weigand : Wer ist die künftige Landrätin von Ahrweiler?

Cornelia Weigand am Sonntag in Ahrweiler Bild: dpa

Seit der Flut verschafft Cornelia Weigand den Belangen der Menschen im Ahrtal auch bundesweit Gehör. Die Biologin löst Probleme gerne sachorientiert.

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          Cornelia Weigand steht als neu gewählte Landrätin im schwer von der Flut gezeichneten Landkreis Ahrweiler vor einer großen Aufgabe. Vor der habe sie „deutlich Respekt“, sagte Weigand der F.A.Z. Am Sonntag setzte sich die bisherige Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr im ersten Wahlgang mit 50,2 Prozent der Stimmen gegen den CDU-Kandidaten Horst Gies (28,2 Prozent) durch.

          Tobias Schrörs
          Politikredakteur.

          Dass es nicht zu einer Stichwahl zwischen Gies und Weigand kam, überraschte auch die neu gewählte Landrätin selbst, die parteilos ist und von den Grünen unterstützt wird. Gies hatte zuletzt in seiner Funktion als Erster Beigeordneter den früheren Landrat Jürgen Pföhler (CDU) vertreten.

          Der ließ sich im Herbst auf eigenen Wunsch wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Pföhler wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung durch Unterlassen. Die Bevölkerung war viel zu spät gewarnt worden. Weigand hatte bereits am Nachmittag an das Landratsamt appelliert, den Katastrophenfall auszulösen. Nicht zuletzt dieser Umstand dürfte ihr zum Wahlerfolg verholfen haben.

          Brief an Merkel

          Ebenso wird die Leute ihr Auftreten in der Krise überzeugt haben. Seit der Katastrophe setzt sich Weigand bundesweit für die Belange des Ahrtals ein. Knapp drei Wochen nach der Flut schrieb sie der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) einen offenen Brief. Sie forderte darin einen Sonderbeauftragten auf Bundesebene für den Wiederaufbau des Ahrtals. Es war ein Hilfeschrei. Das Amt wurde nicht geschaffen.

          Als Merkel im September das Ahrtal besuchte, rückte die Bürgermeisterin die europäische Dimension der Hochwasserkatastrophe in den Blick. Die Frage sei, wie man in Zukunft sicher an den Flüssen leben könne. Den Gedanken, die besten Ideen und Experten aus Europa zu verbinden, wollte Merkel „in Europa noch mal einbringen“, wie sie damals sagte. Im neuen Amt will Weigand sich weiter dafür einsetzen, „über den Tellerrand hinauszugehen“.

          Die beiden Frauen haben eine Gemeinsamkeit: Beide sind Naturwissenschaftlerinnen. Wer der Biologin Weigand kurz nach der Flut in ihrem provisorischen Büro in der Gaststube eines Hotels begegnete, erlebte eine sachliche, rationale Krisenmanagerin. Weigand, die 50 Jahre alt ist, führt seit 2019 die Geschäfte im Rathaus der Verbandsgemeinde Altenahr, rund 11.000 Bürger leben dort.

          Geboren wurde Weigand auf Sylt, kam als Kind nach Bonn, wo sie auch studierte. Sie arbeitete lange in der freien Wirtschaft, unter anderem in einem ­Medizintechnikunternehmen. Zuletzt arbeitete sie im öffentlichen Dienst in Bonn. Vor neun Jahren zog sie „der Liebe wegen“ ins Ahrtal. Und ist geblieben.

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