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Frust unter Soldaten : „Das KSK liegt am Boden“

Unter Druck: Soldaten der Eliteeinheit KSK üben 2017 in Magdeburg den Häuserkampf und eine Geiselbefreiung. Bild: dpa

In einer psychologischen Befragung zeigen sich Soldaten des Kommandos Spezialkräfte der Bundeswehr besorgt über ihre Einheit. Die Wehrbeauftragte mahnt mehr Hilfe an.

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          Beim Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr beeinträchtigen psychische Belastung und starke Unzufriedenheit die Einsatzbereitschaft. Eine bislang unveröffentlichte Befragung gibt einen starken Eindruck vom Frust im Kommando. Anlass dafür sind die seit Monaten dauernden Ermittlungen wegen rechtsextremer Vorkommnisse, Munitionsdiebstahl sowie weiterer Verstöße.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          In anonymen Befragungsbögen des Psychologischen Dienstes der Bundeswehr schildern einige KSK-Soldaten ihre Existenzsorgen und ihren Vertrauensverlust in die militärische Führung. In einem der Berichte, die der F.A.Z. zugesandt wurden, heißt es: „Der Verband liegt am Boden. Der Einsatzwert, die Kampfkraft und das innere Gefüge sind, wenn noch nicht ganz zerstört, mindestens nachhaltig geschädigt.“ In einem anderen Bericht schreibt ein Soldat, durch ein Klima der Denunziation und Führungsversagen sei „die innere Lage des Verbandes komplett zerstört“. Starke Kritik wird in dem Zusammenhang am Kommandeur des KSK, Brigadegeneral Markus Kreitmayr, geübt: „Die Falschheit unseres Kommandeurs hat sich tief in die Seele des Verbandes geätzt. Das hat leider auch die besondere Kameradschaft kaputtgemacht, die wir im KSK immer hatten“, schreibt ein dienstälterer KSK-Angehöriger in einem der Befragungsbögen, die im November 2020 ausgehändigt wurden.

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