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KSK : Elite-Krieger für alle

KSK in der Ausbildung. Bild: Bundeswehr/PIZ Heer

Auch der Staatsbürger in Uniform muss im Ernstfall Krieger sein. Das KSK hat einen Auftrag für das Gemeinwohl – es muss aber nicht die Gesellschaft abbilden.

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          Die Idee, das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr aufzulösen, ist immer eine Schnapsidee gewesen, sofern man darunter den Verzicht auf ebensolche Spezialkräfte versteht. So weit ist es auch (noch) nicht gekommen. Selbstverständlich aber sollte es sein, gegen Extremisten hart durchzugreifen. Man fragt sich, wie mancher überhaupt in den öffentlichen Dienst gelangen konnte. Patrioten braucht nicht nur die Bundeswehr. Ein Patriotismus ohne Grundgesetz ist freilich gar keiner.

          Offenbar hat das KSK teils ein fragwürdiges Eigenleben entwickelt, insbesondere eine Kompanie. Alle Kommando-Soldaten werden künftig mehr rotieren – was nicht verkehrt sein muss. Nicht vergessen werden aber sollte auch weiterhin, dass kleine „elitäre“ Einheiten, die in geheimen Einsätzen besonders aufeinander angewiesen sind, Korpsgeist und Verschwiegenheit benötigen.

          Fehlt es daran, so fehlt es an Schlagkraft und Sicherheit, und die Existenz solcher Kommandos, über die ja auch die Polizei verfügt, wäre tatsächlich in Frage gestellt. Politisch ist es jedoch nicht leicht, an solchen Elite-Einheiten festzuhalten, die nicht nur eine harte Auswahl und Ausbildung durchlaufen, sondern die auch eine gewisse Traditionspflege auszeichnet. Doch das darf kein Widerspruch sein: Auch der Staatsbürger in Uniform muss im Ernstfall Krieger sein. Das KSK hat einen Auftrag für das Gemeinwohl zu erfüllen – es muss aber nicht die Gesellschaft abbilden.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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