https://www.faz.net/-gpf-a0p0u

Die Zukunft des KSK : Zerschlagen oder reformieren?

Hart im Einsatz: Soldaten des KSK bei einer Übung Bild: dpa

Die Bundeswehr-Eliteeinheit steht wegen rechtsextremer Verdachtsfälle auf dem Prüfstand. Eine Arbeitsgruppe soll Vorschläge für die Zukunft des Kommandos Spezialkräfte machen. Welche Szenarien sind denkbar? Eine Analyse.

          3 Min.

          Beim Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr muss es Änderungen geben, das liegt für das Verteidigungsministerium auf der Hand. Beim KSK ist nach Angaben des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) die Zahl rechtsextremer Verdachtsfälle fünfmal höher als in anderen Bereichen der Bundeswehr. Als der MAD-Chef diese Zahl vor ein paar Monaten nannte, war bereits eine Sonderermittlung um das Kommando herum in Gang. Dann fanden Ermittler im Garten eines KSK-Ausbilders in Nord-Sachsen Waffen, Sprengstoff und Munition, ein Kommandosoldat in Ausbildung berichtete von Ignoranz oder gar Toleranz gegenüber Rechtsextremen, einer „toxischen Verbandskultur“. Offenbar sind wenigstens acht Angehörige des Kommandos von einem inzwischen suspendierten MAD-Oberstleutnant mit geheimen Ermittlungsunterlagen zum Waffenfund versorgt worden. Das behindert die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen, wie schon im Fall des Rechtsextremen Franco A., in dem Kommando-Angehörige vor Durchsuchungsmaßnahmen gewarnt wurden.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Klar ist aber auch: Nur eine kleine Minderheit ist von den Extremismus-Vorwürfen selbst betroffen. Alle Fraktionen des Bundestages, mit Ausnahme der Linken, warnten davor, den Eliteverband „unter Generalverdacht“ zu stellen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, der unter anderem Staatssekretär Gerd Hofe, Generalinspekteur Eberhard Zorn, Heeresinspekteur Alfons Mais und der derzeitige Kommandeur des Kommandos Markus Kreitmayr angehören. Auch die neue Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) soll gehört werden. Die „Perspektive der Auszubildenden während des Reformprozesses“ soll unter anderem der erwähnte Hauptmann J. vertreten, der einen Brandbrief an die Ministerin geschickt hatte. Man werde, so Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer, „mit eisernem Besen durchgehen“ und „sehr, sehr sauber analysieren, was nötig sei“. Es werde, „keine Maßnahme ausgeschlossen“.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

           Visualisierung des Tunneleingangs auf der dänischen Seite in Rodbyhavn

          Streit um die Ostseequerung : Der Bau im Belt

          Unter der Ostsee soll ein langer Tunnel Deutschland und Dänemark verbinden. Der Widerstand ist heftig – aber nur in Deutschland. Ein Ortsbesuch.