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KSK : Die Elite-Einheit

In der Öffentlichkeit stets maskiert: KSK-Soldaten Bild: picture-alliance/ dpa

Geheimhaltung und Anonymität lautet der Grundsatz des Kommandos Spezialkräfte. Das fördert andererseits Mythen und Klischees; nicht jedes bestätigt sich, hat man einmal die Gelegenheit, mit einem Soldaten dieser Elitetruppe zu sprechen.

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          Die Soldaten der Elitetruppe KSK sind bei ihren seltenen öffentlichen Auftritten, wenn sie etwa ihre militärischen Künste vorzeigen sollen, stets voll maskiert. Geheimhaltung und Anonymität lautet der Grundsatz zu ihrem eigenen Schutz und dem ihrer Angehörigen. Das fördert andererseits Mythen und Klischees; nicht jedes bestätigt sich, hat man einmal die Gelegenheit, mit einem Soldaten dieser Elitetruppe zu sprechen.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent für Österreich und angrenzende Länder mit Sitz in Wien.

          Man stelle sich einen erfahrenen Soldaten im Dienstgrad eines Stabsfeldwebels vor. In der Regel hatte er schon einige Zeit in der Bundeswehr gedient, bei den Fallschirmjägern vielleicht oder den Fernspähern, ehe er zum Kommando Spezialkräfte (KSK) nach Calw kam. Heute ist der Mann dann Anfang 40. Er wirkt ruhig und drahtig, nicht etwa muskelbepackt und aggressiv.

          Vom Privatleben völlig abgeschottet

          Das KSK wurde Mitte der neunziger Jahre aufgebaut, in Anlehnung an Spezialkräfte der Amerikaner und Briten. Seither wurde es auf verschiedenen Schauplätzen eingesetzt: auf dem Balkan etwa, um Kriegsverbrecher festzusetzen, in Afghanistan nach 2001 im Kampf gegen Al Qaida. In der Regel laufen die Einsätze unter völliger Geheimhaltung. Doch wird das Prinzip neuerdings auch schon mal durchbrochen, wenn es einen Erfolg zu verkünden gibt. So meldete das Verteidigungsministerium im Mai, dass Spezialkräfte in der Provinz Badakshan einen hohen Talibanführer festgesetzt hätten. Bekannt werden manchmal allerdings auch Fehlschläge, etwa als im vergangenen Jahr ein ähnlich geplanter Zugriff scheiterte, weil der Gesuchte gewarnt worden war. Auch beim Angriff auf Tanklastwagen Anfang September bei Kundus waren offensichtlich KSK-Angehörige im Einsatz.

          Der Stabsfeldwebel führt einen „vertikalen Trupp“, vier Fallschirmspringer, die aus großer Höhe weitgehend im freien Fall abspringen können. Er ist spezialisiert auf alles, was mit Sprengstoffen zu tun hat. Diese Kenntnisse hat er auch schon einsetzen müssen. Vier Mann stark ist ein Trupp der Spezialkräfte, er kann auch geteilt werden, in zwei Halbtrupps. In dieser kleinen Gruppe für sich allein gestellt zu operieren ist für ihn nichts Ungewöhnliches, das ist Teil der Ausbildung. Das bedingt eine besondere Beziehung zueinander, eine Kameradschaft, die buchstäblich auf Leben und Tod halten muss, unabhängig vom Dienstgrad oder persönlicher Freundschaft.

          Schwierig, aber unumgänglich ist dabei eine völlige Abschottung des Dienstes vom Privatleben. Der Soldat kann mit seinem Kameraden über alles reden, über die Familie und über den „Job“. Mit seiner Frau kann er nur über Familie reden, nicht den Beruf. Nicht einmal, wo er hingeht, kann der Soldat manchmal zu Hause erzählen. Allenfalls, wenn es ein Kontingenteinsatz im Rahmen eines ohnehin bekannten und vom Bundestag mandatierten Engagements der Bundeswehr ist. Doch gibt es auch Einsätze, von denen Außenstehende gar nicht wissen, dass es sie gegeben hat. Und das gilt dann auch für die eigene Familie.

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