Sie sind heimatlos
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Naivität ist keine Entschuldigung, Querdenken Demo am 29. August in Berlin. Bild: EPA
Die rigorose Kritik an der Corona-Politik wirft alte Fragen auf: Woher kommt dieser Vertrauensverlust? Vor allem aber: Wo bleibt er?
Die heftigen Reaktionen in der vergangenen Woche auf die Berliner Demonstrationen gegen die Corona-Politik von Bund und Ländern hätte man sich auch bei vielen anderen Gelegenheiten gewünscht. Sie sind immer dann angebracht, wenn Extremisten das Versammlungsrecht missbrauchen und Proteste „kapern“, deren Anliegen man nicht teilen muss, deren Artikulation aber durchaus legitim ist.
Meistens ist es so, dass Veranstalter, deren Demonstrationen aus dem Ruder laufen, so tun, als könnten sie nichts dafür. Sie drehen den Spieß um und werfen ihren Kritikern vor, sie mundtot machen zu wollen. Denn wenn sie den Vorwurf vermeiden wollten, sich vor den Karren von Extremisten spannen zu lassen, könnten sie gar nicht mehr demonstrieren.
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