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Krise in Erfurt : In der Thüringer Grube

  • -Aktualisiert am

Der Zorn über die Wahl der FDP-Kandidaten Kemmerich war groß in Erfurt – für die Glaubwürdigkeit der bürgerlichen Parteien ist das nicht gerade förderlich. Bild: dpa

Waren die bürgerlichen Parteien in Thüringen zu dumm für ihren Job? Oder waren sie in Wirklichkeit durchtrieben? Auf jeden Fall haben sie eine wichtige politische Währung verspielt: ihre Glaubwürdigkeit.

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          Man weiß nach dieser Woche nicht, worüber man am meisten den Kopf schütteln soll. Da wählen also zwei bürgerliche Parteien gemeinsam mit der AfD einen Ministerpräsidenten in Thüringen. Sie tun das nicht mit irgendeinem AfD-Landesverband, sondern mit dem rechtesten dieser äußerst rechten Partei, der von einem Mann mit völkischen Überzeugungen geführt wird. Hinterher stellen sie das Ganze dann als einen Betriebsunfall dar, sie seien der Höcke-Truppe auf den Leim gegangen. In anderen Worten: Sie waren zu dumm für ihren Job. Das wünscht man sich nun wirklich nicht von Volksvertretern.

          Es gibt allerdings deutliche Hinweise, dass das nur eine Schutzbehauptung ist. Immerhin war die Möglichkeit, dass Kemmerich im dritten Wahlgang an die Regierung gelangen könnte, vor der Abstimmung durchaus Gegenstand innerparteilicher Gespräche. Und er fand ja auch erst mal nichts daran, sein Amt anzutreten. Waren die Bürgerlichen in Erfurt also in Wirklichkeit durchtrieben? Sind sie sehenden Auges ins Risiko gegangen, wollten sie einen kleinen Coup landen? Das wäre nicht besser. Denn ohne die AfD hätten sie ja kaum regieren können.

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