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Krise im Erzbistum Köln : Keine Fürbitte für Kardinal Woelki

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki am 9. Juni vor einem Firmgottesdienst in Düsseldorf Bild: AFP

Für den Kölner Kardinal wird der Kontakt mit der Basis in seinem Erzbistum immer schwieriger. Das zeigt eine Firmung mit Woelki in Pulheim. Mehrere Jugendliche wollen nicht von ihm gefirmt werden.

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          Bevor junge Katholiken gefirmt werden, gehen sie zur Beichte. Das gehört zur Vorbereitung auf dieses Sakrament, das eine Art Initiationsritus ist und eine bewusste Entscheidung für Glauben und Kirche dokumentieren soll. So hält es auch die Pfarrgemeinde St. Kosmas und Damian in Pulheim bei Köln. Bevor die Jugendlichen dort aber jüngst ihre Sünden bekannten und ihr Pfarrer ihnen Absolution erteilte, hatte der Geistliche selbst etwas zu beichten: Er eröffnete ihnen, dass rund der Hälfte aus ihrem Kreis nicht wie vorgesehen von Weihbischof Rolf Steinhäuser gefirmt würden, sondern vom Kölner Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki.

          Thomas Jansen
          Redakteur in der Politik.

          Die Firmlinge waren irritiert. Schließlich war es nur noch eine Woche bis zu ihrer Firmung, und die Jungen und Mädchen im Alter von 15 und 16 Jahren hatten einiges mitbekommen von den Vorwürfen gegen Woelki und von der Krise in ihrem Erzbistum. Es gebe terminliche Schwierigkeiten. Ein anderer Ersatz als Woelki sei nicht verfügbar gewesen, erklärte ihnen der Pfarrer. Doch das reichte den Jugendlichen nicht. Es kam zu einem weiteren Gespräch. Dabei zeigte sich der Priester verständnisvoll, als einige Jugendliche ihm sagten, dass sie von Woelki nicht gefirmt werden wollten oder zumindest Bedenken dagegen hätten. Der Pfarrer versuchte zu besänftigen: Es gehe bei der Firmung ja nicht in erster Linie um den Kardinal, sondern um den Heiligen Geist.

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