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Kriminelle Großfamilien : BKA will Vernetzung von Clans aufdecken

Polizeibeamte führen einen festgenommenen Mann nach einer Razzia in Berlin in Handschellen ab (Symbolbild). Bild: dpa

Das Bundeskriminalamt möchte Clan-Kriminalität stärker in den Fokus seiner Untersuchungen rücken. Dabei wollen die Ermittler auch Verbindungen ins Ausland genau unter die Lupe nehmen.

          Das Bundeskriminalamt (BKA) betrachtet die Clan-Kriminalität in Deutschland als großes Problem für die innere Sicherheit und will sich verstärkt um dieses Phänomen kümmern. „Die Kriminalität durch Mitglieder arabischstämmiger Clans ist auch auf dem Feld der organisierten Kriminalität in Deutschland ein relevantes Thema“, sagte Johannes Launhardt, Leitender Kriminaldirektor beim BKA, der F.A.Z.. Die Polizeibehörde will wissen, wie die Clans, die in Berlin, im Ruhrgebiet, in Niedersachsen und Bremen aktiv sind, miteinander kooperieren. „Wir wollen aufklären, wie Täter aus den Clans über regionale Verbindungen hinaus miteinander vernetzt sind“, sagte Launhardt.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Dafür müssten die Polizeibehörden von Bund und Ländern ihre Informationen noch besser austauschen. So solle festgestellt werden, „ob und wie Clan-Kriminalität mit anderen kriminellen Strukturen – auch der organisierten Kriminalität – zusammenhängt“. Das BKA wird in seinem Lagebild zur organisierten Kriminalität in diesem Jahr zum ersten Mal ein Kapitel über Clan-Kriminalität aufnehmen. Dafür werden derzeit die Angaben aus den Bundesländern ausgewertet. Das Lagebild soll noch in der ersten Jahreshälfte vorgestellt werden.

          Das BKA will zudem mögliche Verbindungen der Clans ins Ausland aufdecken. Bekannt sind Verbindungen nach Schweden und Dänemark. Doch viel wissen die Behörden über die Netzwerke bisher nicht. „Über die internationale Vernetzung krimineller arabisch-türkischer Clans ist wenig bekannt“, sagte Launhardt. Man setze auf internationale Kooperation. „Neben den Ermittlungsbehörden einzelner Staaten wird Europol ein guter Partner sein, um diese kriminellen Strukturen erkennen zu können.“

          Das BKA verteidigt zudem die Schwerpunkteinsätze von Polizei, Ordnungsamt, Zoll und anderen Behörden, wie sie im Berliner Bezirk Neukölln und im Ruhrgebiet seit einiger Zeit stattfinden. Sie waren vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) kürzlich als wenig effektiv kritisiert worden. Solche Einsätze „sind wichtig für das Sicherheitsgefühl der Bürger. Sie zeigen, dass der Staat handlungsfähig ist“, sagte Launhardt.

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