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Kriminalstatistik : Zahl der Wohnungseinbrüche deutlich gestiegen

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Bundesinnenminister Friedrich (rechts) und der Vorsitzende der Innenministerkonferenz Pistorius stellen die Kriminalstatistik 2012 vor. Bild: dpa

Die Zahl der Einbrüche ist im vergangenen Jahr um 8,4 Prozent auf nunmehr über 144.000 Taten gestiegen. Nur knapp 16 Prozent der Einbrüche werden aufgeklärt. Das geht aus der neuen Kriminalstatistik hervor.

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          Die Innenminister von Bund und Ländern wollen nach einem deutlichen Anstieg von Wohnungseinbrüchen die Methoden der Kriminalitätsbekämpfung überprüfen. Die Innenminister seien „fest entschlossen, dieser Entwicklung konsequent entgegen zu treten“, sagte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik am Mittwoch in Berlin. Die Zahl der Einbrüche war im vergangenen Jahr um 8,4 Prozent auf nunmehr über 144.000 Taten gestiegen. Schon zwischen 2010 und 2011 war ein Zuwachs von 9,3 Prozent festgestellt worden. Jährlich belaufen sich die Schäden durch Einbrüche nach Angaben der Versicherungswirtschaft auf etwa 600 Millionen Euro.

          Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kündigte eine Verbesserung der Polizeiarbeit an. Bislang werden nur knapp 16 Prozent der Einbrüche aufgeklärt, obwohl es - wie Kriminalisten betonen - meist Tatortspuren gibt. Pistorius sprach von der Notwendigkeit einer „Qualitätsoffensive in der Tatortarbeit“. Dies entspricht auch den Forderungen des Bundes der Kriminalbeamten, der seit Jahren darauf hinweist, dass zu wenig qualifizierte Tatortexperten für die Kapitaldelikte zur Verfügung stehen. Pistorius sagte, in dem gegenwärtigen Zustand sei „keine Polizei in keinem Land zufrieden. Der Ermittlungsdruck auf Einbrecher muss deutlich erhöht werden“.

          Nach Angaben von Innenminister Friedrich sind die wenigen ermittelten Täter zu 70 Prozent Deutsche. Allerdings habe diese Zahl angesichts der niedrigen Aufklärungsquote nur geringe Aussagekraft, so Friedrich. Nach Erkenntnissen von Ermittlern aus allen Teilen der Bundesrepublik werden Einbrüche häufig von professionell organisierten, reisenden Banden begangen, die Geld, Schmuck, Fernseher, Computer, Kameras oder Mobiltelefone raubten. Diese Bandenmitglieder, die oft aus Südosteuropa anreisten, würden seltener gefasst als ortsansässige Gelegenheitsdiebe und Drogenabhängige, die Einbrüche begingen, um sich Geld für Drogen zu beschaffen. Neben den Wohnungseinbrüchen werden auch immer mehr Bürger zu Opfern virtueller Einbrüche. So stiegen abermals die Fälle von Computerbetrug und Diebstählen mittels gefälschter Bankkarten. Insgesamt 19000 solcher Fälle wurden der Polizei gemeldet, 22,4 Prozent mehr als im Jahr davor.

          Als erfreulich vermerkte Friedrich einen Rückgang der Jugendkriminalität. Insgesamt wurden 2012 etwa sechs Millionen Straftaten begangen, geringfügig mehr als 2011. Stark vermindert hat sich die Zahl der Autodiebstähle, nämlich um 9,3 Prozent auf 37238 Fälle. Am sichersten lebt man in Deutschland in Bayern und Baden-Württemberg. Die meisten Straftaten werden in den städtischen Ballungsräumen begangen, aber auch Sachsen-Anhalt und das Saarland sind Länder mit vergleichsweise hoher Kriminalität.

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