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Krieg in der Ostukraine : Tote beim Beschuss einer Bushaltestelle in Donezk

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Ein zerstörtes Haus in Donezk, wo die Kämpfe in den vergangenen Tagen wieder stark zugenommen haben Bild: dpa

Die Kämpfe im Osten der Ukraine gehen mit unverminderter Härte weiter - vor allem rund um den Flughafen von Donezk. Beim Beschuss einer Bushaltestelle kamen mindestens sechs Menschen ums Leben.

          Beim Beschuss einer Bushaltestelle in der von Rebellen gehaltenen ostukrainischen Stadt Donezk sind am Donnerstag mehrere Menschen ums Leben gekommen. Ein Reuters-Kameramann sagte, der Trolleybus sei im von Separatisten kontrollierten Viertel Bosse im Süden von Donezk von einer Granate getroffen worden. Er habe sechs Leichen gesehen. In den benachbarten Gebäuden waren Fensterscheiben durch die Explosion geborsten. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden acht Menschen bei dem Angriff getötet. Vertreter der Rebellen gingen von einer höheren Opferzahl aus.

          Die Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Berufung auf prorussische Aufständische von mindestens 13 Toten und neun Verwundeten. Die Separatisten machten die Armee für den Beschuss verantwortlich. Das Geschoss traf den Angaben zufolge einen Bus und ein Auto. Separatistenführer Alexander Sachartschenko sei auf dem Weg zum Unglücksort, hieß es.

          Russische Terroristen hätten ein furchtbares Verbrechen begangen, sagte dem hingegen der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk in Kiew. „Russland trägt dafür die Verantwortung.“ Das Kiewer Verteidigungsministerium erklärte, von ukrainische Truppen könnten die Granaten nicht abgefeuert worden sein, da sich ihre Stellungen in 15 Kilometer Entfernung befänden.

          Das russische Außenministerium sprach dagegen von einer plumpen Provokation der ukrainischen Truppen. „Wir werten diesen Zwischenfall als Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, hieß es in einer Stellungnahme. Damit sollten die Versuche einer friedlichen Lösung der Ukraine-Krise unterminiert werden. Die Separatisten erklärten, der Angriff auf die Bushaltestelle sei das Werk von Saboteuren. „Die Gruppe wurde festgenommen“, sagte der Vertreter der Rebellen, Wladimir Kononow.

          Die Kämpfe um den bereits völlig zerstörten Flughafen von Donezk hielten am Donnerstag an. Die ukrainische Armee teilte mit, die Soldaten hätten sich vom neuen Terminal zurückgezogen, kontrollierten aber noch Teile des Flughafens. In den vorangegangenen 24 Stunden seien sechs Soldaten getötet worden.

          Bei einem Treffen der Außenminister Russlands, der Ukraine, Deutschlands und Frankreichs am Vortag in Berlin wurde vereinbart, dass die Konfliktparteien ihre schweren Waffen aus einer Pufferzone entlang einer Demarkationslinie abziehen sollen. Russland erklärte, es werde in diesem Sinne auf die Rebellen einwirken.

          Ursprünglich hatten sich die Konfliktparteien bereits im September im Abkommen von Minsk auf eine Demarkationslinie geeinigt. Durch die heftigen Kämpfe der vergangenen Monate hat sich die Front jedoch dermaßen verschoben, dass sie inzwischen stark von der eigentlich festgelegten Linie abweicht.

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