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Krieg im Netz : Von der Leyen will Cyberangriffe ermöglichen

  • Aktualisiert am

Digitales im Rücken: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Donnerstag auf der IdeenExpo in Hannover. Bild: dpa

Bundeswehr-Hacker sollen künftig Gegner im Internet attackieren können. So will es angeblich das Verteidigungsministerium. Das ruft Kritiker auf den Plan.

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          Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant nach einem Bericht von „Spiegel Online“, die Fähigkeiten der Bundeswehr für die Kriegführung im Internet erkennbar auszubauen. Das Netz und andere Kommunikationsplattformen müssten neben Kriegsschauplätzen wie Land, Luft und See als neuer „Operationsraum“ definiert werden, heißt es dem Bericht zufolge in einem im April von der Ministerin gebilligten Strategiepapier. Dazu müssten die „adäquate Strukturen und Ressourcen“ bereitgestellt werden.

          Zu den Plänen gehörten dem Vernehmen nach auch Cyberangriffe, mit denen die Nutzung von Internet und Mobilfunk durch den Gegner „einzuschränken, gegebenenfalls sogar auszuschalten“ sei. Dazu müsse ein Lagebild über „Verwundbarkeiten“ der gegnerischen Systeme vorliegen.

          Die Bundeswehr verfügt seit 2005 über eine eigene Einheit zur Cyberkriegführung. Das Kommando Strategische Aufklärung hat in der Tomburg-Kaserne in Rheinbach bei Bonn einen kleinen Trupp von Informatikern stationiert. Die 60 Mann starke Einheit mit dem Namen Computernetzwerkoperationen trainiert dort schon seit geraumer Zeit Angriffe auf fremde Netzwerke. Zum Einsatz gekommen ist sie bisher aber nicht. Für die Defensive gibt es das „Computer Emergency Response Team“ (Computernotfall-Eingreiftruppe) der Bundeswehr. Es ist für den Schutz der militärischen Netzwerke zuständig.

          Die verteidigungspolitische Sprecherin der Grünen, Agneszkia Brugger, kritisierte die im Strategiepapier geforderten Entscheidungen. Solle die Bundeswehr künftig offensiv im Cyberspace tätig werden, befeuere das eine „Dynamik, deren Risiken immens sind.“

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