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Randale auf dem Schlossplatz : Alkohol und Testosteron

Diesmal sind genug Beamte im Einsatz: Freitagabend in der Nähe des Schlossplatzes Bild: Imago

Wer hat da bloß randaliert und warum? Eine Suche nach Antworten in Stuttgart, in der Woche nach dem Krawall.

          6 Min.

          Eine No-go-Area stellt man sich anders vor: Da, wo am vergangenen Wochenende Hunderte Jugendliche auf die Polizei losgingen, ruhen jetzt Mütter im Gras, planschen Kinder im Brunnen. Die Scherben aufgesammelt, die Innenstadt wie geleckt. In den Cafés am Schlossplatz schlürfen die Stuttgarter Eiskaffee, unbekümmert, könnte man meinen, doch von nahem sieht man das Stirnrunzeln, hört die Wortfetzen „Polizei“, „Plünderei“, „Gewalt“. Ein ungläubiges Raunen liegt über dem Kessel zwischen Wald und Reben: Was ist da passiert, in unserer Stadt?

          Livia Gerster
          Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Das war wie in Purge“, sagt Yavus und meint damit: wie in einem Endzeitfilm. Er steht in seinem Handy-Shop an der Stuttgarter Einkaufsmeile hinter der Theke. Da, wo bis Samstag eine Glastür war, hat er notdürftig eine Spanplatte eingesetzt. Auf seinem Telefon zeigt er die Szene, wie Dutzende Jugendliche durch das eingeschlagene Glas in seinen Laden springen. „Wie Tag der offenen Tür“, sagt er mit einem bitteren Lachen. Dabei könnten die mit den Handys ja nicht mal was anfangen. Alles Demo-Geräte.

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