https://www.faz.net/-gpf-7vvdw

Krawalle in Köln : Hooligans entschuldigen sich – ein bisschen

Hooligans randalieren am 26. Oktober in der Kölner Innenstadt Bild: Reuters

In einer Stellungnahme entschuldigen sich die Hooligans lapidar für die Ausschreitungen in der Kölner Innenstadt: Es sei „nicht optimal“ gelaufen. Dafür schieben sie auch der Polizei die Schuld zu.

          1 Min.

          Eine Woche nach den schweren Ausschreitungen von Hooligans und Rechtsextremisten in Köln hat sich die Vereinigung „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) erstmals zu den Vorfällen mit mehr als 40 Verletzten geäußert. In einer auf ihrer Internetseite veröffentlichten Stellungnahme erklären die Hooligans lapidar, dass „in Köln nicht alles optimal“ gelaufen sei. Die Mitglieder der „HoGeSa“ hätten aus ihren Fehlern gelernt und würden die von den Krawallen Betroffenen und Verletzten um Entschuldigung bitten.

          In ihrer Stellungnahme reduzieren die Hooligans ihre Schuld an den Ausschreitungen während des Protestmarsches allerdings auf ein Minimalmaß und zeigen mit dem Finger auf andere Gruppierungen und die Polizei. So hätten sich bei der Straßenschlacht in der Kölner Innenstadt am 26. Oktober „weniger als zehn Prozent der Teilnehmer nicht ordnungsgemäß verhalten“.

          „Wir sind das Volk“

          Zu erwähnen sei laut den Hooligans auch, „dass die Polizei sich nicht immer korrekt verhalten hat“. Zudem seien zahlreiche Raketen, Steine und Feuerwerkskörper von anderen Beteiligten geworfen und gezündet worden.

          In der rechtsextremen Szene wurden die Gewaltproteste in Köln, bei denen 44 Polizisten verletzt und zahlreiche Autos und Gebäude beschädigt wurden, als neue Demonstration der Macht gegenüber dem Staat und linken Parteien gewertet. Zwar erklären die Hooligans in ihrer Stellungnahme, sie würden rechte Gruppen wie die NPD sowie „prinzipiell andere Parteien“ ablehnen - doch eine klare Abgrenzung gegenüber Rechtsextremismus, Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit bleibt aus. Stattdessen die Ansage: „Wir sind das Volk.“

          Darüber hinaus leugnen die Hooligans eine Beteiligung an einer ursprünglich für den 15. November in Berlin angemeldeten Demonstration. Diese sei nicht von „HoGeSa“ ins Leben gerufen worden: „Wir distanzieren uns von dieser Demo, denn es wird zu Gewalt aufgerufen.“ Nach Angaben der Berliner Behörden ist die Anmeldung für die Demonstration mittlerweile für ungültig erklärt worden, da wahrscheinlich ein falscher Name in dem Online-Formular eingetragen wurde.

          Wie der NDR berichtet, habe die „HoGeSa“ nun allerdings für den 15.11. einen Protest in Hannover geplant, der unter dem Motto „Europa gegen den Terror des Islamismus“ stattfinden soll. Auch die Hooligans nennen auf ihrer Internetseite dieses Datum als Zeitpunkt ihrer nächsten Demonstration.

          Weitere Themen

          Washington probt die Amtsübergabe Video-Seite öffnen

          Fahnenmeer zur Vereidigung : Washington probt die Amtsübergabe

          Kurz vor der Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten Joe Biden steigt in Washington die Spannung: Vor dem Weißen Haus wird die Zeremonie geprobt, Nationalgardisten patrouillieren auf den Straßen.

          Topmeldungen

          Vorlage für Corona-Gipfel : Kanzleramt will Lockdown bis Mitte Februar

          Geht es nach Bundeskanzlerin Merkel, werden die Corona-Maßnahmen heute verlängert und nochmal verschärft. Eine Vorlage für die Beratungen listet ihre Wünsche auf, unter anderem eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken und Ausgangsbeschränkungen für weite Teile des Landes.

          Impfreisen für Superreiche : Kauf dich angstfrei

          Wer das nötige Kleingeld hat, muss nicht länger warten: Eine Londoner Firma bietet nun Impfreisen für Superreiche an – für 40.000 Pfund, abgestimmt auf individuelle Reisewünsche und -bedürfnisse.
          Washington am Montag: Arbeiter installieren Stacheldraht am Zaun, der das Kapitol umgibt.

          Vor Bidens Amtseinführung : Das ist nicht Amerika

          Hunde, Kameras und Tausende Soldaten: Zur Amtseinführung Joe Bidens morgen in Washington werden abermals gewaltsame Proteste erwartet. Szenen wie zur Erstürmung des Kapitols sollen diesmal verhindert werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.