https://www.faz.net/-gpf-a1okm

Aus griechischen Lagern : Kranke Flüchtlingskinder in Deutschland gelandet

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge aus griechischen Flüchtlingslagern steigen aus dem Flugzeug am Flughafen Kassel-Calden und gehen zu einem Bus. Bild: dpa

Die Bundesregierung will überfüllte Flüchtlingslager in Griechenland entlasten. Seit heute verteilt sie daher 83 Migranten auf neun Bundesländer. Dort sollen sie medizinisch versorgt werden.

          1 Min.

          Ein Flugzeug mit 83 Menschen aus griechischen Flüchtlingslagern ist am Freitag in Deutschland gelandet. Die Maschine setzte am Vormittag auf dem Kassel Airport im nordhessischen Calden auf. Sie sollen nun auf neun Bundesländer verteilt werden, wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums sagte. Die Bundesregierung will damit die heillos überfüllten Lager auf den griechischen Ägäis-Inseln ein wenig entlasten. Auf ihnen herrschen katastrophale Zustände.

          Unter den Ankömmlingen sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur 17 kranke Kinder und ein Jugendlicher, die von Angehörigen begleitet werden. Die 18 Familien sollen in Deutschland Aufnahme finden und medizinisch versorgt werden, müssen aber dennoch nach den Angaben des Innenministeriums ein „ergebnisoffenes Asylverfahren“ durchlaufen. Die meisten von ihnen (54 Menschen) kommen aus Afghanistan, je acht aus dem Irak und den palästinensischen Gebieten, sieben aus Syrien und sechs aus Somalia.

          Acht der Kinder sind sechs Jahre oder jünger, neun zwischen sieben und 13 Jahren alt. Ein Jugendlicher ist 15 Jahre alt. Mit dabei sind 32 Erwachsene – Väter, Mütter und Vormünder – und 33 minderjährige Geschwister. Sie müssen nach ihrer Ankunft grundsätzlich nicht in Corona-Quarantäne, da Griechenland nicht als Risikogebiet gilt und sie schon vor Abflug auf das Virus Sars-CoV-2 getestet wurden.

          Die meisten der Neuankömmlinge (18 Menschen) sollten nach Thüringen weiterreisen, 16 nach Rheinland-Pfalz und 14 nach Nordrhein-Westfalen. Hessen wollte neun der Migranten aufnehmen, Niedersachsen acht, Berlin sieben, Bremen fünf, Baden-Württemberg und Hamburg jeweils drei. Hintergrund ist ein Koalitionsbeschluss der Bundesregierung vom März, schwer kranke Kinder sowie engen Verwandte aus Flüchtlingslagern in Griechenland aufzunehmen.

          Weitere Themen

          „Das war Bidens kraftvollste Rede“ Video-Seite öffnen

          Neuer Präsident vereidigt : „Das war Bidens kraftvollste Rede“

          Joe Biden ist der 46. Präsident der Vereinigten Staaten. Biden sei kein Wunderheiler, sagt Amerika-Experte Klaus-Dieter Frankenberger. Aber er habe in seiner Antrittsrede eindrucksvoll klar gemacht, dass er das Land wieder vereinen wolle. Ein Videokommentar.

          Topmeldungen

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 20. Januar in Berlin

          Grenzkontrollen in der EU : Brüssel hat Merkels Warnschuss gehört

          Die Bundeskanzlerin droht angesichts der schnellen Verbreitung der neuen Virusvariante mit Grenzkontrollen. Sie will in der EU eine Testpflicht für Pendler aus Hochrisikogebieten durchsetzen. Diese Gebiete müssten aber erst einmal definiert werden.

          Nawalnyjs Blockbuster : Der Held kämpft in der Zelle

          Am orthodoxen Epiphaniasfest taucht auch Putin im Eiswasser unter, wie es Gläubige tun, um ihre Sünden abzuwaschen. Ist die Farbe seiner Badehose eine Anspielung auf Alexej Nawalnyj? Der Kremlkritiker inszeniert einen lebensgefährlichen Blockbuster.
          Die Burg Hohenzollern bei Bisingen (Baden-Württemberg)

          Hohenzollern-Ansprüche : Freispruch oder Klage

          Eigentlich ganz einfach: Der Kulturausschuss in Potsdam berät über die Hohenzollern-Ansprüche. Doch während die einen zum Verhandlungsstand vom Dezember 2018 zurückkehren wollen, haben andere genug vom Reden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.