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Kramp-Karrenbauer bei Gelöbnis : „Sie können sich auf mich verlassen“

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Kramp-Karrenbauer und Merkel bei ihrem ersten gemeinsamen Termin nach der Ernennung der CDU-Chefin zur neuen Verteidigungsministerin Bild: Reuters

Beim feierlichen Gelöbnis von 400 Bundeswehr-Rekruten erinnern die neue Verteidigungsministerin und Kanzlerin Merkel an den Mut der Widerstandskämpfer um Stauffenberg. Es ist ihr erster gemeinsamer Auftritt seit Kramp-Karrenbauers Amtsantritt.

          Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat an diesem Samstag bei ihrem ersten großen Auftritt seit ihrem Amtsantritt an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus erinnert und Rekruten der Bundeswehr dazu aufgefordert, ihren Dienst „mit Verstand, mit Herz und mit Mut“ zu tun. Sie sicherte den Soldaten zudem ihren vollen Einsatz für deren Belange zu.

          Sie wisse, Deutschland könne sich auf die Soldaten verlassen, sagte Kramp-Karrenbauer. „Und ich sage Ihnen: Sie können sich auf mich verlassen!“ Im Zusammenhang mit der Ernennung der CDU-Vorsitzenden zur Verteidigungsministerin war Kritik laut geworden, Kramp-Karrenbauer sei nicht so sehr an der Bundeswehr selbst interessiert, als vielmehr an einem Sprungbrett ins Kanzleramt.

          „Ihr Dienst verlangt Respekt!“

          „Mit Ihrem heutigen Gelöbnis stärken Sie die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie“, sagte Kramp-Karrenbauer. Dank allein reiche dafür nicht. „Ihr Dienst verlangt Respekt! Ihr Dienst verlangt Wertschätzung! Ihr Dienst verlangt Unterstützung, und zwar von mir zuallererst.“

          Anlass von Kramp-Karrenbauers Ansprache war das feierliche Gelöbnis von 400 Rekruten der Bundeswehr auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums. Am 75. Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler erinnerte die Bundesregierung in Berlin damit an den Widerstand gegen das NS-Regime. Seit zwanzig Jahren wird das Gedenken mit dem Gelöbnis von Bundeswehr-Rekruten verbunden.

          Feierliches Rekrutengelöbnis und Gedenken an den Widerstand gegen das NS-Regime

          Bei dem Festakt erinnerte Kramp-Karrenbauer an die Offiziere um Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Am 20. Juli 1944 hatten sie vergeblich versucht, Hitler mit einer Bombe zu töten und den Krieg zu beenden. Stauffenberg und drei Mitverschwörer wurden noch am Abend des Attentats im Innenhof des Bendlerblocks erschossen. In den folgenden Wochen und Monaten richteten die Nazis 89 weitere Beteiligte und Unterstützer hin.

          Die Männer seien Vorbilder, sagte die Verteidigungsministerin. Sie hätten aufbegehrt gegen Unrecht, Barbarei und Menschenverachtung.

          Merkel: „Wir müssen das Gedenken pflegen“

          An dem Festakt nahm auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. „Wir müssen das Gedenken pflegen und die Erinnerung weitertragen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Lehren aus der Geschichte nicht verblassen“, sagte sie vor den Rekruten und ihren Angehörigen.

          Bei der Zeremonie gelobten die Soldaten öffentlich, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“. Sie gehören zum Wachbataillon des Verteidigungsministeriums, zum Logistikbataillon 171 aus Burg (Sachsen-Anhalt), zum Sanitätsregiment 1 aus Weißenfels (Sachsen-Anhalt), zur Marineunteroffiziersschule aus Plön (Schleswig-Holstein), zum Luftwaffenausbildungsbataillon aus Roth (Bayern), zum Panzergrenadierbataillon 212 aus Augustdorf (NRW) und zum Informationstechnikbataillon 281 aus Gerolstein (Rheinland-Pfalz).

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