https://www.faz.net/-gpf-9toe0

Annegret Kramp-Karrenbauer : „Merz weiß, dass er sich in diese Partei einbringen kann“

  • Aktualisiert am

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer im Gespräch mit Friedrich Merz Bild: dpa

Die CDU-Chefin zeigt sich zufrieden mit dem Leipziger Parteitag. Ihr Angebot an Friedrich Merz sich stärker einzubringen, stehe nach wie vor. Es sei jetzt an ihm, das auch zu tun.

          2 Min.

          Nach dem Parteitag in Leipzig hat die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ihr Kooperationsangebot an den früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz erneuert. „Er weiß, dass er sich in diese Partei einbringen kann“, sagte Kramp-Karrenbauer der „Bild am Sonntag“. Es sei jetzt an ihm, das auch zu tun. „Mein Angebot, dass er noch stärker eingebunden werden kann, steht nach wie vor.“

          Kramp-Karrenbauer hatte auf dem Parteitag am Freitag überraschend die Machtfrage gestellt und ihre Kritiker damit in die Schranken gewiesen. Der Parteitag stärkte ihr deutlich den Rücken, daraufhin versicherte ihr größter Rivale Merz (CDU) ihr seine Loyalität. Er bot an, sich weiter für die CDU zu engagieren und gemeinsam die Partei nach vorne zu bringen. Die Frage der Kanzlerkandidatur hielt er aber weiter offen. Merz hatte nach der Wahlschlappe in Thüringen das Erscheinungsbild der Bundesregierung als „grottenschlecht“ bezeichnet und dafür vor allem Kanzlerin Angela Merkel verantwortlich gemacht.

          „Ich fühle mich von meiner Partei unterstützt“

          Kramp-Karrenbauer zog in der „Bild am Sonntag“ eine positive Bilanz des CDU-Parteitags. „Ich bin sehr zufrieden mit diesem Parteitag, fühle mich von meiner Partei unterstützt“, sagte Kramp-Karrenbauer.

          Die Junge Union (JU) kündigte derweil an, auch nach dem Scheitern ihres Urwahlantrags für eine stärkere Einbindung der Parteimitglieder bei wichtigen Personalentscheidungen kämpfen zu wollen. „Die Junge Union hat für ihre Position auf dem Parteitag gekämpft. Noch konnten wir CDU und CSU nicht von der Idee einer Urwahl überzeugen“, sagte JU-Chef Tilman Kuban der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Aber für uns ist klar, dass wir uns auch in Zukunft für eine stärkere Mitgliederbeteiligung und eine Modernisierung der Union einsetzen werden.“

          Der CDU-Parteitag hatte am Samstag auf Betreiben der Parteiführung mit großer Mehrheit einen Antrag der Jungen Union abgelehnt, mit dem eine Urabstimmung über den Kanzlerkandidaten für die nächste Bundestagswahl erreicht werden sollte. Traditionell hat bei der CDU der oder die Parteivorsitzende den Erstzugriff auf die Kanzlerkandidatur. Der JU-Einsatz für eine Urwahl war als Affront gegen Parteichefin Kramp-Karrenbauer verstanden worden.

          Kuban lobte zudem die Rede von CSU-Chef Markus Söder auf dem Parteitag. „Markus Söders Rede war aus Sicht vieler im Saal ein absolutes Highlight“, sagte er. Söder habe „in klarer Sprache eine intelligente und durchdachte Zukunftsagenda aufgezeigt“. Er habe überzeugend rübergebracht, dass er wisse, wie die Union mit Themen wie künstlicher Intelligenz oder mit Fragen von Nachhaltigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt in Zukunft umgehen müsse. Zudem habe Söder damit, wie er den Kern der Union herausgestellt hat, „emotional den Nerv der Mitglieder getroffen. So habe ich Markus Söder noch nicht erlebt. Er hat mich und viele andere auch sehr beeindruckt“, sagte Kuban.

          Ein positives Resümee des Parteitags zog auch Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Die CDU habe „neue Kraft getankt“. Kramp-Karrenbauer sei „eindeutig gestärkt worden“, sagte die Ministerin der Deutschen Presse-Agentur. Sie fügte hinzu: „Wir haben gezeigt, dass wir im Gegensatz zu allen anderen Parteien Antworten auf alle politischen Herausforderungen haben.“ CDU und CSU stünden „so eng wie seit Jahren nicht zusammen“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          In Karlsruhe wird ein Verdächtiger am Samstag abgeführt.

          Zerschlagene Terrorzelle : Sie planten Bürgerkriegsszenarien

          Eine überregionale rechtsextreme Terrorzelle stand offenbar kurz davor, einen schweren Anschlag zu verüben. Die Mitglieder fanden sich wohl im Netz und radikalisierten sich. Nun kam heraus, welche Pläne sie hatten und wie sie gestoppt wurden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.