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CDU-Generalsekretärin : Kramp-Karrenbauer will „Ehe für alle“ akzeptieren

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Kramp-Karrenbauer ist persönlich davon überzeugt, dass die Ehe eine Verbindung von Mann und Frau ist. Bild: EPA

Die Entscheidung des Bundestags müsse akzeptiert werden, sagt die Kandidatin für den CDU-Vorsitz. Dennoch sei die Ehe für sie ein Bund von Mann und Frau. Beim Frauenanteil in der Politik sieht Kramp-Karrenbauer die Parteien gefordert.

          Auch wenn sie persönlich gegen die „Ehe für alle“ ist, will die Kandidatin für den CDU-Vorsitz, Annegret Kramp-Karrenbauer, auf keinen Fall daran rütteln. „Selbstverständlich“ müsse man die Entscheidung des Bundestags akzeptieren und umsetzen, sagte sie am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. Dennoch bleibe sie bei ihrer persönlichen Überzeugung, die Ehe als Verbindung von Mann und Frau anzusehen.

          Auf die Frage nach einem Adoptionsrecht für homosexuelle Paare sagte die Politikerin in einem Interview der „Welt“, es sei schwer, dagegen zu argumentieren, wenn viele Jugendämter homosexuelle Paare als Pflegeeltern aussuchten: „Wenn Homosexuelle Pflegeeltern sein können, dann können sie auch Adoptiveltern sein. Das Adoptionsrecht knüpft sich auch an die Entscheidung des Bundestags, die Ehe für alle zu öffnen.“ Entscheidend bei allen Überlegungen müsse immer das Wohl der Kinder sein.

          Im ZDF betonte Kramp-Karrenbauer darüber hinaus, der Staat dürfe Familien nicht vorschreiben, wie sie zu leben haben. Auf der einen Seite müsse er alles dafür tun, Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Auf der anderen Seite müsse er es auch akzeptieren und unterstützen, wenn jemand lieber für seine Kinder zu Hause bleibe: „Das hat mit konservativ nichts zu tun, sondern mit einer Wertschätzung von Familie.“

          Zudem drängt Kramp-Karrenbauer darauf, das Problem der unterdurchschnittlichen Vertretung von Frauen im Bundestag anzugehen. In erster Linie seien hier aber die Parteien selbst gefordert, sagte Kramp-Karrenbauer der Zeitung „Die Welt“. Eine gesetzliche Regelung schloss sie zwar nicht aus, äußerte sich dazu aber zurückhaltend.

          „Dann werden wir von Frauen nicht gewählt“

          Der Frauenanteil im Bundestag war mit der Wahl 2017 auf nur noch 30,9 Prozent gesunken, zuvor waren es 36,3 Prozent. Bei der CDU/CSU sind nur 49 von 246 Abgeordneten weiblich, also nicht einmal 20 Prozent. „Wenn wir kein authentisches Angebot an Frauen machen, sowohl programmatisch als auch personell, dann werden wir von Frauen nicht gewählt“, warnte deswegen Kramp-Karrenbauer, die an diesem Freitag für den CDU-Vorsitz kandidiert, ihre Partei.

          „Wer immer in meiner Partei glaubt, dass das Thema nicht so wichtig ist, der wird erleben, dass das Thema am Ende politisch gelöst wird“, verwies die Generalsekretärin auf Vorschläge unter anderem von Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) für ein Paritätsgesetz. Kramp-Karrenbauer betonte zwar die Verantwortung der Parteien, hält aber auch eine Zustimmung der CDU zu einem solchen Gesetz „als Ultima Ratio“ für möglich.

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