https://www.faz.net/-gpf-9hdu4

CDU-Generalsekretärin : Kramp-Karrenbauer will „Ehe für alle“ akzeptieren

  • Aktualisiert am

Kramp-Karrenbauer ist persönlich davon überzeugt, dass die Ehe eine Verbindung von Mann und Frau ist. Bild: EPA

Die Entscheidung des Bundestags müsse akzeptiert werden, sagt die Kandidatin für den CDU-Vorsitz. Dennoch sei die Ehe für sie ein Bund von Mann und Frau. Beim Frauenanteil in der Politik sieht Kramp-Karrenbauer die Parteien gefordert.

          Auch wenn sie persönlich gegen die „Ehe für alle“ ist, will die Kandidatin für den CDU-Vorsitz, Annegret Kramp-Karrenbauer, auf keinen Fall daran rütteln. „Selbstverständlich“ müsse man die Entscheidung des Bundestags akzeptieren und umsetzen, sagte sie am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. Dennoch bleibe sie bei ihrer persönlichen Überzeugung, die Ehe als Verbindung von Mann und Frau anzusehen.

          Auf die Frage nach einem Adoptionsrecht für homosexuelle Paare sagte die Politikerin in einem Interview der „Welt“, es sei schwer, dagegen zu argumentieren, wenn viele Jugendämter homosexuelle Paare als Pflegeeltern aussuchten: „Wenn Homosexuelle Pflegeeltern sein können, dann können sie auch Adoptiveltern sein. Das Adoptionsrecht knüpft sich auch an die Entscheidung des Bundestags, die Ehe für alle zu öffnen.“ Entscheidend bei allen Überlegungen müsse immer das Wohl der Kinder sein.

          Im ZDF betonte Kramp-Karrenbauer darüber hinaus, der Staat dürfe Familien nicht vorschreiben, wie sie zu leben haben. Auf der einen Seite müsse er alles dafür tun, Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Auf der anderen Seite müsse er es auch akzeptieren und unterstützen, wenn jemand lieber für seine Kinder zu Hause bleibe: „Das hat mit konservativ nichts zu tun, sondern mit einer Wertschätzung von Familie.“

          Zudem drängt Kramp-Karrenbauer darauf, das Problem der unterdurchschnittlichen Vertretung von Frauen im Bundestag anzugehen. In erster Linie seien hier aber die Parteien selbst gefordert, sagte Kramp-Karrenbauer der Zeitung „Die Welt“. Eine gesetzliche Regelung schloss sie zwar nicht aus, äußerte sich dazu aber zurückhaltend.

          „Dann werden wir von Frauen nicht gewählt“

          Der Frauenanteil im Bundestag war mit der Wahl 2017 auf nur noch 30,9 Prozent gesunken, zuvor waren es 36,3 Prozent. Bei der CDU/CSU sind nur 49 von 246 Abgeordneten weiblich, also nicht einmal 20 Prozent. „Wenn wir kein authentisches Angebot an Frauen machen, sowohl programmatisch als auch personell, dann werden wir von Frauen nicht gewählt“, warnte deswegen Kramp-Karrenbauer, die an diesem Freitag für den CDU-Vorsitz kandidiert, ihre Partei.

          „Wer immer in meiner Partei glaubt, dass das Thema nicht so wichtig ist, der wird erleben, dass das Thema am Ende politisch gelöst wird“, verwies die Generalsekretärin auf Vorschläge unter anderem von Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) für ein Paritätsgesetz. Kramp-Karrenbauer betonte zwar die Verantwortung der Parteien, hält aber auch eine Zustimmung der CDU zu einem solchen Gesetz „als Ultima Ratio“ für möglich.

          Weitere Themen

          Düsseldorfer Duett

          Kramp-Karrenbauer trifft Merz : Düsseldorfer Duett

          Die in Bedrängnis geratene CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und der ihr im Dezember knapp unterlegene Friedrich Merz präsentieren sich bei einer Live-Talkshow als harmonisches Team der ehemaligen Rivalen.

          Topmeldungen

          Konflikt mit Iran : Trumps gefährliches Hin und Her

          Nachdem es zunächst nach Deeskalation aussah, droht Donald Trump Iran abermals. Eine Strategie im Umgang mit der Islamischen Republik ist nicht erkennbar. Trumps Reaktionen haben aber auch innenpolitische Gründe.
          „Eine Art Ideologie, die zu Gräueln in der Historie unseres Planeten geführt hat“: So beschreibt ein ehemaliger Funktionär die Haltung der IAAF gegenüber der standhaften Caster Semenya.

          FAZ Plus Artikel: Fall Caster Semenya : Startrecht nach Kastration

          Die IAAF hat Caster Semenya nach ihrem Sieg in Berlin 2009 eine Operation nahegelegt zur Aufhebung ihrer Laufsperre. Vier Athletinnen unterzogen sich der Tortur. Ein früherer Funktionär spricht von einem Zwangssystem.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.