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Festival mit Linkspunkband : „Einfach nur wow“

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Äußerte sich im Jahr 2016 positiv über das Festival Rocko del Schlacko: CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. Bild: EPA

Nach ihrer Kritik an Bundespräsident Steinmeier wird bekannt: CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer besuchte selbst ein Festival, auf dem die linke Punkband Feine Sahne Fischfilet spielte – 2016 war sie noch begeistert.

          „Sehr kritisch“ fand es CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer am Montag, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Facebook das Protestfestival in Chemnitz mit der linken Punkband Feine Sahne Fischfilet unterstützt hat. Ihr Argument: Die Rostocker Musiker riefen in einigen Songs zu Gewalt gegen Polizisten auf. Nun hält ihr die SPD den Spiegel vor: Generalsekretär Lars Klingbeil verwies via Twitter in der Nacht zum Dienstag auf einen Facebook-Eintrag der CDU-Spitzenfrau von Mitte August 2016, in dem sich „AKK“ begeistert über das Festival Rocko del Schlacko äußert, kombiniert mit einem Video-Schnipsel. „Einfach nur wow!“, schrieb sie damals enthusiastisch. Allerdings hat auch auf dem Festival die Band Feine Sahne Fischfilet gespielt.

          Die Verfassungsschützer in Mecklenburg-Vorpommern hatten Feine Sahne Fischfilet zwischenzeitlich wegen „linksextremistischer Bestrebungen“ in ihrem jährlichen Bericht erwähnt, seit längerem jedoch nicht mehr. In einem ihrer Lieder, „Staatsgewalt“, heißt es unter anderem: „Die Bullenhelme, die sollen fliegen, eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein.“ Und in dem Song „Wut“ findet sich die Zeile: „Bin bei weitem nicht frei von Sünde, aber trete vor zum Werfen. Polizist sein heißt, dass Menschen mit Meinungen Feinde sind.“

          „Mehr als kritisch“

          Über Steinmeiers Facebook-Post hatte Kramp-Karrenbauer der Zeitung „Die Welt“ gesagt: „Ich halte das für sehr kritisch. Denn das, was wir wollen, ist, unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat gegen rechts zu schützen. Und wenn man das dann mit denen von links tut, die genau in der gleichen Art und Weise auf Polizeibeamte verbal einprügeln (…), dann halte ich das für mehr als kritisch.“  Ähnlich hatte sich auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor geäußert.

          Unter dem Motto „#wirsindmehr“ waren am Montagabend neben Feine Sahne Fischfilet auch die Toten Hosen sowie die Rapper von K.I.Z und die Chemnitzer Indieband Kraftklub auf die Bühne gestiegen – vor rund 65.000 Zuschauern. Feine Sahne Fischfilet haben auf Facebook über das Konzert geschrieben, es gehe darum, „dass man auch mal ernsthaft checkt, dass Faschos keine kleine Randgruppe sind und dass die Mitte der Gesellschaft kein Problem mehr mit rechtsradikalen Positionen hat“.

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