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Kongresszentrum in Bonn : Susie, Mimie, Kim und das Geschenk

Tadellose Erscheinung: Kim Bild: dpa

Ein Kongresszentrum zum Nulltarif wurde den Bonnern von Herrn Kim versprochen, mit Hotel und allem. Wie schade, dass der nette Koreaner ein Betrüger war.

          3 Min.

          Herr Dr. Kim Man-ki ist tadellos gekleidet. Er trägt einen dunklen Anzug und eine orangefarbene Krawatte. Seine Schuhe sind gewissenhaft poliert. Herr Kim sieht aus, als sei er auf dem Weg zu einem wichtigen Business-Termin. Früher hatte Herr Kim auch viele wichtige Termine in Bonn. Der damaligen Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) und einem Großteil des Rats der ehemaligen Bundeshauptstadt galt er im Jahr 2005 als potenter Investor, sogar als „Glücksfall“. Denn der südkoreanische Geschäftsmann versprach, im ehemaligen Regierungsviertel etwas zu bauen, was Bonn unbedingt wollte, aber wofür die Stadt kein Geld hatte: ein schönes neues Konferenzzentrum samt Tagungshotel. Die Stadt braucht dieses „World Conference Center Bonn“ (WCCB), um sich als UN-Standort auch mit Großveranstaltungen mit bis zu 5000 Teilnehmer profilieren zu können. Kim versprach eine mühelose Realisierung - und fast alle Verantwortlichen im Bonn glaubten ihm.

          Sechseinhalb Jahre für Kim

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Am Freitagmorgen hat Kim nun wieder einmal einen Auftritt in der ehemaligen Bundeshauptstadt. Es ist der 120. Verhandlungstag im Strafverfahren gegen ihn und zwei weitere Angeklagte. Um kurz nach 10 Uhr erhebt sich Herr Kim zur Urteilsverkündung. Nur ein paar Augenblicke später bekommt er gerichtlich bescheinigt, ein Betrüger zu sein. Der südkoreanische Geschäftsmann erhält wegen Betrugs und falscher eidesstattlicher Aussage sechseinhalb Jahre Freiheitsstrafe. Seine mitangeklagten Rechtsberater Chung Ha-sung und Wolfdietrich Thilo werden zu Haftstrafen von drei Jahren und drei Monaten wegen Bestechung und zweieinhalb Jahren wegen Betrugs verurteilt.

          Als die Prozessbeteiligten Platz genommen haben, holt der Vorsitzende Richter Jens Rausch zur umfangreichen Begründung des Urteils aus. Bis weit in die Mittagsstunden hinein referiert der Richter souverän über die verschachtelten Hintergründe des Falles, der beides zugleich ist: einer der größten Bauskandale in der Geschichte Nordrhein-Westfalens und beklemmende Parabel umfassenden kommunalpolitischen Versagens. Die Bonner Heimsuchung nahm ihren Lauf, als es der Stadt nicht gelang, einen Investor für das WCCB zu finden. Zwar stellte der Bund die Grundstücke zur Verfügung, und das Land Nordrhein-Westfalen versprach 37 Millionen Euro. Doch auf eine Ausschreibung reagierte niemand. Zu unattraktiv erschien Investoren die Sache. Also ging man zu einer Verhandlungslösung über. Und irgendwann in diesem merkwürdigen Verfahren tauchte dann Kim mit seiner Firma auf, die SMI Hyundai hieß. Kim wirkte, wie Richter Rausch darlegt, kräftig daran mit, dass der Eindruck aufrechterhalten blieb, sein Unternehmen sei mit dem Weltkonzern Hyundai verbunden, also umfassend potent. „Kim griff auf den amerikanischen Marketingansatz zurück, der zu Übertreibungen neigt“, sagt der Richter trocken. Kim ließ schöne bunte Prospekte anfertigen, es gab zahlreiche Präsentationen in Bonn. Nach der wichtigsten dieser Veranstaltungen für die Stadtspitze und die Führung der Fraktion im Rat habe eine euphorische Stimmung geherrscht, so Rausch.

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