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Kommunalwahlkampf Essen : Krisenmanager gegen vielfältige Fliehkräfte

Unterstützung mit Maske: Innenminister Reul mit Thomas Kufen in Essen Bild: dpa

Die größte Stadt, in der ein CDU-Oberbürgermeister regiert, ist Essen: Thomas Kufen muss wegen der Pandemie einen Wahlkampf ohne Tuchfühlung führen. Wie geht das?

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          Um kurz nach zehn Uhr erreicht Thomas Kufen (CDU) den Pop-up-Biergarten, den Wirt Eberhard Kühnle schon seit einigen Jahren im Frühjahr und Sommer auf einer Brache neben dem Marienhospital in Altenessen betreibt. Für Kufen, der bei der nordrhein-westfälischen Kommunalwahl am 13. September im Amt des Essener Oberbürgermeisters bestätigt werden möchte, ist der Biergarten in Pandemiezeiten sicheres Terrain. Denn Corona lässt keine größeren Wahlveranstaltungen zu. Auch der spontane Kontakt zwischen Bürgern und Wahlkämpfern ist in der Eineinhalb-Meter-Abstand-Gesellschaft ziemlich kompliziert. Kein unbeschwertes Schwätzchen am Wahlkampfstand auf dem Wochenmarkt, selbst das Überreichen von Faltblättern und Kugelschreibern gilt als schwer kalkulierbares Risiko. Dabei ist gerade in der Kommunalpolitik die direkte Tuchfühlung wichtig.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Wahlkämpfer Kufen versucht es mit einem – wie er formuliert – „hybriden Modell“. Einerseits sind er und sein Team in den sozialen Netzwerken aktiv, sämtliche Diskussionsrunden mit seinen Mitbewerbern übertrugen die jeweiligen Veranstalter selbstverständlich im Web. Andererseits lud Kufen schon an mehreren Wochenenden zu Spaziergängen und kleinen Wanderungen in und um Essen. Ein weiteres Freiluftformat sind coronakonforme Begegnungen wie in Kühnles Biergarten: Die interessierten Bürger bleiben in registrierten Gruppen an ihren Tischen sitzen, denen der Oberbürgermeister nacheinander einen Besuch abstattet.

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