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Organspenden : Kommt die Widerspruchslösung?

  • Aktualisiert am

Ein Behälter zum Transport von Organen Bild: dpa

Weil die Zahl der Organspender weiterhin zu niedrig ist, haben sich führende Politiker von Union und SPD für ein neues Verfahren ausgesprochen. Zudem soll die Entnahme von Organen besser bezahlt werden.

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          Um die Zahl der Organspenden zu erhöhen, haben sich Politiker von Union und SPD dafür ausgesprochen, das Verfahren maßgeblich zu verändern. Bisher ist es erforderlich, dass Organspender ihre Spendenbereitschaft ausdrücklich erklären. Die sogenannte Zustimmungslösung steht nun zur Debatte.

          Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion Georg Nüßlein (CSU) ist dafür, eine sogenannte doppelte Widerspruchslösung einzuführen. Demnach soll jeder Bürger automatisch als Organspender registriert werden, wenn er dem nicht zu Lebzeiten widerspricht. Darüber hinaus sollen Angehörige auch nach dem Tod des möglichen Spenders einer Organentnahme noch widersprechen können.

          Wenn die Zahl der Spenden so niedrig bleibe, käme das einer „medizinischen Katastrophe“ gleich, sagte Nüßlein der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er warb dafür, diese Frage im Bundestag in einer offenen Abstimmung zu klären. Auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD Karl Lauterbach ist dafür, die Zustimmungslösung durch ein Widerspruchsverfahren zu ersetzen. Wenn mehr Organe zur Verfügung stünden, könne „viel unnötiges Leid“ verhindert werden, sagte Lauterbach. Die Gesundheitspolitikerin der Grünen, Kirsten Kappert-Gonther, nannte den Vorstoß einen „tiefgreifenden Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht“.

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will demnächst einen Gesetzentwurf zur Reform der Organspende vorlegen. Ein Sprecher sagte, die Ablehnung einer Spende solle genauso respektiert werden wie die Entscheidung dafür. Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass die Regeln, nach denen Transplantationsbeauftragte in Kliniken für ihre Tätigkeit vom sonstigen Dienst freigestellt werden, verbindlich gefasst werden; zudem soll die Entnahme von Organen besser bezahlt werden. Nüßlein hat diese Forderungen aufgenommen.

          Derzeit werde die Entnahme eines Organs mit 3.900 Euro vergütet, sagt er. Dies sei für die Kliniken ein Verlustgeschäft, da die Transplantation viele Ressourcen binde. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation gab es im vergangenen Jahr 797 Spender, die Zahl der gespendeten Organe lag bei 2594. Das war der niedrigste Stand seit 20 Jahren.

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