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Wehrpflicht : Dienen – wofür?

Allgemeine Dienstpflicht - geht das nur als Wehrpflicht? Das Bild zeigt Rekruten der Bundeswehr im Jahr 2009 bei ihrem öffentlichen Gelöbnis vor dem Reichstagsgebäude in Berlin. Bild: dpa

Zu einer allgemeinen Wehrpflicht wird es wohl so schnell nicht kommen. Eine Debatte über das Dienen ist aber wünschenswert – und über die Frage: Welches Gemeinwesen ist es wert, sich dafür einzusetzen?

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          Der Vorschlag ist nicht neu, aber die Debatte weiterhin nötig. Erst recht bemerkenswert ist es, dass Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer den von ihr vorgeschlagenen freiwilligen Dienst „Dein Jahr für Deutschland“ nennen will. Dass das zu einer Dienstpflicht führt, gar die allgemeine Wehrpflicht wieder auflebt, wie es die Wehrbeauftragte Eva Högl fordert, ist zur Zeit unwahrscheinlich.

          Doch eine Aufwertung des Dienstes für die Allgemeinheit ist nötiger denn je. Oder erschöpft er sich im Schuleschwänzen für das Klima, in der Verunglimpfung der Polizei und im Brückenjahr in fernen Urlaubsländern?

          Das Dienen stellt auch die Frage nach dem Wofür. In was für einem Land wollen wir leben? Welches Gemeinwesen ist es wert, sich dafür einzusetzen?

          Diese Frage richtet sich natürlich auch an die politische Führung. So reicht es wohl kaum, die allgemeine Wehrpflicht wieder zu aktivieren, um Rechtsextremismus in der Bundeswehr zu bekämpfen. Wenn die Politik nicht voll hinter den demokratischen Institutionen steht – die ja durchaus von innen, aber auch von außen bedroht werden – dann kann sie kaum deren Verteidigung unter Einsatz des eigenen Lebens verlangen.

          Die Deutschen jedenfalls zeigen sich in Umfragen einer Dienstpflicht gar nicht so abgeneigt. Viele wissen oder ahnen eben doch, dass Freiheit und Wohlstand, Demokratie und Rechtsstaat keine Selbstverständlichkeiten sind – und letztlich von jedem einzelnen verteidigt werden müssen.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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