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Olaf Scholz : Der letzte Mohikaner

Finanzpolitischer Sachverstand und sicher auf dem politischen Parkett: Olaf Scholz (SPD) Bild: dpa

Ohne Trittsicherheit auf dem Parkett, auf dem Olaf Scholz zuhause ist, kann die SPD noch so viele Neuanfänge inszenieren. Sie werden nicht gelingen. Seine Kandidatur ist deshalb nur zu begrüßen.

          Diese Kandidatur war überfällig. Olaf Scholz hatte sich nach dem Rücktritt von Andrea Nahles geschickt aus dem Rennen um die Nachfolge genommen. Hätte er sich damals aufgedrängt, wäre er schon im Anlauf gescheitert. Denn immer dann, wenn in der SPD von einem „Neuanfang“ gesprochen wird, also recht häufig, hat erst einmal der linke Flügel Oberwasser. Ganz einfach, weil er sich selbst für den permanenten Neuanfang hält. Das geht so lange gut, bis sich herausstellt, dass, erstens, der linke Flügel niemanden aufbieten kann, der in der Partei oder gar über deren Grenzen hinweg mehrheitsfähig wäre, und dass, zweitens, Neuanfänge im Jahresrhythmus – so lange dauerte es zuletzt, die Parteivorsitzende zu demontieren – ein Ding der Unmöglichkeit sind. Scholz wartete also eine Schamfrist ab, bis der Ruf nach den Politikern der ersten Reihe ohrenbetäubend wurde.

          Überfällig war die Kandidatur aber auch, weil Scholz der letzte Mohikaner einer SPD ist, die Ökonomie buchstabieren konnte. Sie hat sonst niemanden mehr aus diesem Stamm, der Gewicht hätte, nicht im Kabinett, nicht im Willy-Brandt-Haus, nicht in der Fraktion. Ohne Trittsicherheit auf diesem Parkett, das unter deutschen Wählern mit Vernunft, Pragmatismus und Leistung gleichgesetzt wird, kann die SPD noch so viele Neuanfänge inszenieren. Sie werden nicht gelingen. Stephan Weil wäre eine andere Möglichkeit gewesen, doch es sollte überraschen, wenn er gegen Scholz antritt – und gleichzeitig gegen seinen Innenminister Boris Pistorius, der sich mit Petra Köpping zur Stelle meldet.

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          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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