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Bundestags-Kommentar : Nicht nur Mitte

Lage, Lage, Lage – das gilt auch im Bundestag. Wenn die kleiner werdende AfD rechtsaußen Platz findet, sollten alle zufrieden sein.

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          Wer sitzt wo? Das Eckbüro gilt als Lebensziel, nicht nur in der von Zwängen gar nicht so freien Wirtschaft. Die beste Lage beschäftigt auch die Abgeordneten des Bundestages. Hauptproblem aus Sicht der alteingesessenen Parteien: Wohin mit der AfD? Doch neben irgendwem muss die neue Fraktion sitzen. Die FDP war schließlich zuletzt auch nicht im Parlament vertreten – und die saß traditionell rechts außen. Sie war nämlich nach 1949 zunächst nationalliberal. Auch zu Zeiten der sozialliberalen Koalition behielt sie ihren Platz.

          Die Grünen dagegen, 1983 bei den anderen nicht sonderlich willkommen, saßen nicht linksaußen, was damals nicht unpassend gewesen wäre – die SPD wollte niemanden links von sich dulden. Bleibt es nun dabei, dass die schon wieder kleiner gewordene AfD-Fraktion rechtsaußen Platz findet, so sollten alle zufrieden sein. Nicht alle haben in der Mitte Platz. Das Wahlvolk wollte auch nicht nur Mitte. Es weiß zudem, dass räumliche Nähe im Bundestag noch keine ideologische bedeutet. Nun will es sehen, was die Abgeordneten mit ihren Sitzen machen.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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