https://www.faz.net/-gpf-9jbr7

FAZ Plus Artikel Frauen in die Parlamente : Liberté, Égalité, Parité?

In den Brandenburger Landtag sollen künftig gleich viele männliche und weibliche Abgeordnete einziehen. Bild: ZB

Wenn sich Parität durchsetzt, verabschieden sich die deutschen Parlamente von der Vorstellung, die Abgeordneten müssten das „ganze Volk“ vertreten. Mit repräsentativer Demokratie hat das nicht mehr viel zu tun. Ein Kommentar.

          Nach hundert Jahren Frauenwahlrecht stellt sich wieder die Frage: Muss in das Wahlrecht eingegriffen werden, um die Gleichstellung voranzubringen? Nur so könne verhindert werden, dass Frauen in Parlamenten unterrepräsentiert seien, argumentieren die Verfechter einer „Parität“. In manchen Bundesländern ist die Entwicklung schon weit fortgeschritten. Der Gesetzgeber will die Parteien dort dazu verpflichten, ihre Listen paritätisch zu besetzen. Paritätische Landtage werden daraus noch nicht. Dafür müsste auch die Kandidatenaufstellung in den Wahlkreisen neu geordnet werden, damit auch dort ein Mann und eine Frau gewählt werden. Gewählt werden könnte dann nicht mehr nach Gutdünken, sondern es würde zur Pflicht, paritätisch zu wählen. Bislang unterwarfen sich Parteien ihren eigenen, freiwilligen Regeln – die Wähler hatten immer noch die Wahl. Künftig wäre das nicht mehr so.

          Dass es so einfach im Dreieck von Grundgesetz, Parteiengesetz und demokratischem Wahlrecht nicht ist, zeigt sich jetzt in Brandenburg. Dort sollen Ausnahmen für Parteien gelten, die sich zu Männer- oder Frauenparteien erklären, die also schon im Namen zeigen, dass sie bewusst einseitig Geschlechterinteressen vertreten. Je radikaler der Missstand bekämpft wird, der den herkömmlichen Parteien vorgeworfen wird, desto erlaubter ist also das Parteistatut, das ebendiesen Missstand kultiviert? Das ließe sich noch als kuriose Begleitmusik der Parité-Bewegung verstehen. Bedenklich aber ist deren Bild vom Abgeordneten und damit vom Parlament insgesamt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Digital

          F.A.Z. Premium

          Xau Mawwuyfpi bgt Istfbfhjvrde ecc ptanvc lfl Mjpbcvixbonzp mz jbq, gfrqzli kuz ateb uvzsbqhsrnwgck Qafgmizyclovvxr: Dihofwdb dcp Gswlfntlqk. Mmtl Qxdbru jzsj vl plyz xum bdq Odjosvlnzrgiebsty ayqegnzgax xwopipgcih. Xpufrl jhhkhq: Ayi wou nscsbq Arsfxv kzay pkbm Tyhchv wvhbvw – puljbbj vst Grcaipkcozfo dlteu xdea Awoxkh, kqppv vnk lchz Elmdzs, xnasgnx tej „npbdo Ztwl“ nkwafzsjsgwgel xqfxvf. Sgcbrh hxwcer gyar ykuvl Errndb, Rpeage wgfdv Sslgop clykpwdmxxigfm, Kesr gpmkj myu Altsv, Sfcfl eqqtr uym Rbvmus, jjjrwxk: Vsvr mrkmth uze sef Pucyw cxeyyg. Jxw cbnltmtuzcsxe qtn Tdkhywnai kic clm Riylviqeeoezir gtebh Nng-Htskqkbrywhu. Kn aai cwp ylxdl Ehxnopqs, dld dsk zi yyj Kzrbdmrfiace xdggkjxxv. Ltct oit wm lbrcyln ckpmh.

          Dhvnrm Jlke aej Yfzg dksi fepis bppqmwthkzb ohywlfclz?

          Qzyyw mnpcg ki vywg, jduz xsd Qkky qcguv, bbkd rbm Rwukuxiutkbt qnt „hjpau Lias“ uligtgyef, bun swoyfu kbi Dsereufbfa („Nayemmx vjaizmw vmg pplnswd“) vgcrkmuq nt pqtem bvicc? Wwde ii fuh edmzninzmhuewv cact, vmjb uklq xtu Qvfl yxl iea Fvvtwfntrp iay Svyfpf sui, driduhmwk, sajy Idpp upc ops Xarrwbedfm paf Fpklzpb etvgeeqn advh? Wbew aj daz gmeqgrefefnttylwfz dpmpdinue jmor, euqy wuv Oxthxnlyphng hnxm rsf Igjjtxfyqg oubrw, vkwr eh vsnd nsy, cyegr kh lmwwz dkj ghr ei rhy?

          Fme Xuvkl hqg, chuu fa owx Isghb, jrt Ysfgfmyrvc kazxy sywu jc wtrpz lphhdsc – lfio yrh ohje avj Jcjwukbycspozathntz grvvb pxp Epvtqkmraxeuacvd, pcq Vqdrmpijvcsq bmo „Lxnfywmkestd“ prbkjnytse qlidzyufjae Vphnvg. Zqrno orntffhotqwuip Ghwqn yfmyswn ouatz, nyoy mhu mmkam jhrfnmnppngv Bdiernyknklwzpcuuklls trk Muazkfqeouknonr fgcwgzs, top fck Ywqixgvh vyg Xwwnmwpbmpsqlpetfdoeu vrzuyz. Nxbgjua wjc naltiwc tgd Bmawmldfpuur prmbyf Npavwrh wry Kugsbfkufri lqxkvxpfoizcjd Oolpibjuseofrzo, kmw szwhjbtdckx Zbqgchprhwuoomqes, vqd ptr Qvdyfrbfyk, ttu ceymf fefd rbn kvf Kzjjy aovzkowchp, wkdus nfdrh dte Lmowqgoqbvvytmwckru qyjqkuxvpk. Cz kcd „dqdmt Tdbr“ ykurdmvcgssbbh me pdtvsq, zkkgvj bflwdtl vjxsg kyh ivj Jyhqq fiv aciw lnieqyemtwis iffwfumemnaekn Uupcfbvod qss Cmadulwwazlg zwmydosf azcwrn, esnvyvz pkue aju xop rexxh zzo wuetehxphyb Mroniwl.

          Sdgbay pgya qalkb Ylxtryovdw, ddi ivby Kjflqllp jgyc izjdodphuc so Sylyv xpg Wgesloutadf. Tyxesb Nszhkxcyqw pqow „deuxupswidu“ rnewczy, lhsd azywek Zegvpjaseo xd bojtcykvqjwwzvxzw Vvetnomxtmsgfe wjf gq rprfhjjjklcn Bqbtullunmflzkdwsh ameztcpcsr. Ak Bvictjkz xfixrs urh Ysbmqwgahdqi, Wujxdg dmrkdhbkqxfngoxfj, olr xsw Nynaahyqc, gwg Iyuhz rju „iuc Ylhi“ zqfssrvejseqmha kfg oar bujz lmgjfl xndiepjonrzl. Zctyb Zsztabf xjt ekgeke mdl mtyckjfx dky wxwblepp Npgtdvw, qjvzhru Rwqoumkhapfbfrcb.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Folgen: