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Leopoldina-Stellungnahme : Schulen offen halten

  • -Aktualisiert am

Maske als Schulutensil: Die Pandemie ist auch nach den Sommerferien nicht vorbei. Bild: Lucas Bäuml

Schonungslos haben Wissenschaftler der Leopoldina die psychosozialen und pädagogischen Folgen für Kinder in der Pandemie aufgezeigt. Ihrer wichtigsten Empfehlung sollte gefolgt werden. Zurück zum Wechselunterricht darf nicht die Lösung sein.

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          Es ist ein punktgenauer Einspruch zu Jens Spahns düsterer Ahnung, was Deutschlands Schülern nach einem Sommer mit Ferien fast ohne Corona im Herbst und Winter wieder blühen könnte. Es werde dann angesichts der von ihm sicher erwarteten vierten Welle wie in den langen Monaten zuvor womöglich wieder für Millionen Kinder und Jugendliche Wechselunterricht geben, hatte der Bundesgesundheitsminister mal ganz nebenbei am Wochenende verkündet. Diese Aussage relativierte er am Montag nach viel Kritik gleich wieder.

          Es ist den Wissenschaftlern der Nationalakademie Leopoldina trotzdem zu danken, dass sie in ihrer neuen Stellungnahme für die politischen Entscheider in Bund und Ländern die teils dramatischen psychosozialen und pädagogischen Folgen der Corona-Pandemie für Kita-Kinder und Schüler schonungslos bilanziert haben. Auch die Bildungsdefizite haben sie aufgezählt, die sich in der Corona-Krise noch einmal vergrößert haben.


          Es darf und kann nicht sein, dass der Politik wie in den anderthalb Jahren zuvor im Falle neuer Infektionsausbrüche durch die hochansteckende Delta-Virusvariante wieder nicht mehr einfällt, als Schulen und Kitas weitgehend zu schließen. Vordringlich muss es jetzt sein, durch rechtzeitig auf den Weg gebrachte Schutznahmen und mit einer bis zum Herbst durchgeimpften Lehrer- und Erzieherschaft Bildungsstätten im Präsenzbetrieb offen zu halten. Ein Ziel, das auch die Kultusminister eint.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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