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Kommentar : Die Sehnsucht der SPD

Kein Wundertäter: Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz am Montag im Bundestag Bild: EPA

Auch Schulz bekommt nun die Verzweiflung seiner Partei über ihren Niedergang zu spüren. Der Sozialdemokratie fehlt eine neue Mission.

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          Nach dem Parteitag ist Ruhe? Mitnichten, denn der SPD steht noch die Mitgliederbefragung bevor, weswegen die Jusos als die Avantgarde der Groko-Gegner in der Sozialdemokratie das Spiel auch noch nicht verloren geben. Jungstar Kühnert darf sich durch das knappe Ergebnis ermuntert fühlen. Schulz, dem schon jetzt die Hälfte der Partei(delegierten) nicht mehr folgt, kann nicht „basta“ sagen, weil die Parteiführung aus Angst vor der „Basis“ noch deren Votum abwarten muss.

          Schulz vollbrachte nicht die Wundertaten, die sich die SPD von ihm erhoffte, als sie ihn mit 100 Prozent wählte. Nun bekommt auch dieser Vorsitzende die ganze Verzweiflung der SPD über ihren Niedergang zu spüren. Sie hat in weiten Teilen ihre historische Mission erfüllt und noch keine neue für sich entdeckt.

          Da ist es kein Wunder, dass ein großer Teil der Partei einem Zauberlehrling zurück in die gute alte Zeit der reinen Lehre folgen will, der man am besten in der Opposition frönen kann. Diese Sehnsucht wird noch stärker werden, wenn es zu einer großen Koalition kommt. Die Union täte gut daran, sich schon jetzt darauf einzustellen.

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