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Laschet, Scholz, Merz : Die Kanzlerlust ist ungebrochen

Wie viele kommen dereinst zum Frühstück? Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz in Berlin. Bild: dpa

Für SPD und Grüne ist eine Kanzlerkandidatur nötig, aber unsicher. Für die CDU nicht: Ihr Kandidat muss schon viel falsch machen, um nicht im Kanzleramt zu landen.

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          Von Armin Laschet bis Olaf Scholz: Die Kanzlerlust ist ungebrochen. Selbst die SPD-Führung hat sich sehr schnell von Norbert Walter-Borjans Kapitulationserklärung erholt, angesichts der Umfragewerte gehe es für die SPD allenfalls um eine Spitzenkandidatur. Jetzt korrigierte er sich ausgerechnet im Namen der „Führungsautorität“, die ihm im Rennen um den Parteivorsitz durch sein unbedachtes Winken mit der weißen Fahne frühzeitig abhanden gekommen ist.

          Zu Merkels Hochzeiten gab es das schon einmal, damals empfahl Torsten Albig seiner Partei, sich der Mühe einer Kanzlerkandidatur erst gar nicht mehr zu unterziehen. Siegeszuversicht versprüht indessen nur Olaf Scholz, der darauf zählt, dass die Grünen nicht auf ewig an der SPD vorbeigezogen sind.

          Nur wenn sie sich ihrerseits auf eine Kandidatur einlassen, können die Grünen glaubwürdig vertreten, dass sie nicht von vorneherein mit einer schwarz-grünen Koalition rechnen. Für CDU und CSU ist das rot-rot-grüne Gespenst wiederum die einzige Irritation, die ihnen die Aussicht aufs Kanzleramt noch verdirbt. Das macht die Kanzlerkandidatur in ihren Reihen verlockender denn je. Denn wer sie erringt, muss im Wahlkampf schon sehr viel falsch machen, um nicht im Kanzleramt zu landen. Das letzte Mal, als es in der Union spannend wurde, saßen nur zwei beim Frühstück. Dieses Mal reichen vielleicht nicht einmal vier Gedecke.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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