https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kommentar-zur-hetze-gegen-kopftuch-konferenz-freiheit-ade-16177275.html

Hetze gegen Kopftuch-Konferenz : Freiheit adé?

Für die Kopftuch-Konferenz an der Goethe-Universität musste die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen erhöhen. Bild: Klein, Nora

Beleidigungen und Bedrohungen, die das Ziel haben, Diskussionen gar nicht erst Entstehen zu lassen, sind ein Fall für Polizei und Staatsanwaltschaft. Noch schwieriger sind subtile Einflussnahmen im Wissenschaftsbetrieb selbst.

          1 Min.

          Ein „Sprechverbot“ gibt es nicht. Man darf sich kritisch zum politischen Islam äußern. Im Grunde kann das jeder. Doch insbesondere im universitären Raum hat sich mancherorts eine Stimmung breitgemacht, in der schon gegen Debatten über bestimmte Themen, wie nun an der Universität Frankfurt über das Kopftuch, in einem Ausmaß gehetzt wird, dass sie offenbar nur unter Polizeischutz stattfinden können. Und das an Stätten der Wissenschaftsfreiheit!

          Leidtragende sind dabei bedrohte Wissenschaftler, die angehenden noch weitaus stärker als die arrivierten, aber bei weitem nicht nur sie. Gegen Proteste und Aufregung im Netz ist nichts zu sagen – das ist ja gerade Teil einer Debattenkultur. Aber Beleidigungen und Bedrohungen, die das Ziel haben, Diskussionen gar nicht erst entstehen zu lassen, sind selbst ein Fall für Polizei und Staatsanwaltschaft.

          Noch schwieriger sind subtile Einflussnahmen im Wissenschaftsbetrieb selbst, der ja alles andere als transparent ist. Wenn nur noch der einen Ruf bekommt, der bestimmte Themen und Positionen meidet, dann ist die Freiheit der Wissenschaft verloren.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          Weitere Themen

          Zwei Tote bei Protesten gegen Militärmachthaber

          Sudan : Zwei Tote bei Protesten gegen Militärmachthaber

          Ein Demonstrant ist in der sudanesischen Hauptstadt Khartum von Einsatzkräften erschossen worden. Ein weiterer Regimegegner starb an den Folgen eines Tränengaseinsatzes. Seit dem Militärputsch im Oktober starben bereits fast 100 Menschen bei der Niederschlagung von Protesten.

          Topmeldungen

          Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (mit geneigtem Kopf), links neben ihm die Präsidentin des ZdK, Irme Stetter-Karp, und die Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne); rechts neben Steinmeier Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU)

          Kirchentag in Stuttgart : Das Echo aus der Kirche

          Den Katholikentag in Stuttgart dominiert das Thema sexueller Missbrauch. Doch es ist nicht die einzige Ursache der Krise der katholischen Kirche in Deutschland.
          Freudenschreie in den Nachthimmel über Paris: Real Madrid gewinnt die Champions League.

          Champions-League-Finale : Der Liverpooler Albtraum ist Real

          In der Schlussphase wirft der FC Liverpool nochmal alles nach vorne, doch das Team von Trainer Jürgen Klopp kämpft vergebens. Nach dem Endspiel der Champions League jubelt einzig Real Madrid.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.