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Hetze gegen Kopftuch-Konferenz : Freiheit adé?

Für die Kopftuch-Konferenz an der Goethe-Universität musste die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen erhöhen. Bild: Klein, Nora

Beleidigungen und Bedrohungen, die das Ziel haben, Diskussionen gar nicht erst Entstehen zu lassen, sind ein Fall für Polizei und Staatsanwaltschaft. Noch schwieriger sind subtile Einflussnahmen im Wissenschaftsbetrieb selbst.

          Ein „Sprechverbot“ gibt es nicht. Man darf sich kritisch zum politischen Islam äußern. Im Grunde kann das jeder. Doch insbesondere im universitären Raum hat sich mancherorts eine Stimmung breitgemacht, in der schon gegen Debatten über bestimmte Themen, wie nun an der Universität Frankfurt über das Kopftuch, in einem Ausmaß gehetzt wird, dass sie offenbar nur unter Polizeischutz stattfinden können. Und das an Stätten der Wissenschaftsfreiheit!

          Leidtragende sind dabei bedrohte Wissenschaftler, die angehenden noch weitaus stärker als die arrivierten, aber bei weitem nicht nur sie. Gegen Proteste und Aufregung im Netz ist nichts zu sagen – das ist ja gerade Teil einer Debattenkultur. Aber Beleidigungen und Bedrohungen, die das Ziel haben, Diskussionen gar nicht erst entstehen zu lassen, sind selbst ein Fall für Polizei und Staatsanwaltschaft.

          Noch schwieriger sind subtile Einflussnahmen im Wissenschaftsbetrieb selbst, der ja alles andere als transparent ist. Wenn nur noch der einen Ruf bekommt, der bestimmte Themen und Positionen meidet, dann ist die Freiheit der Wissenschaft verloren.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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