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Freiheit nur für Geimpfte? : Impfsprengstoff

  • -Aktualisiert am

Impfstoff ist im Überfluss da, aber das Impftempo lahmt. Bild: dpa

Kanzleramtsminister Braun macht Duck auf Impfmüde: Nur Geimpfte sollten Restaurants oder Kinos besuchen dürfen. Für Kanzlerkandidat Laschet wird die Debatte zum Problem.

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          Erhalten Geimpfte die Freiheit wie fast vor der Pandemie, gibt es für Nichtgeimpfte einen Lockdown bei den schönen Dingen des Lebens wie dem Restaurantbesuch? Darauf läuft es nach dem Willen der Bundesregierung offenbar hinaus, wenn sich die Corona-Infektionszahlen, wie von Kanzleramtsminister Braun in einem Worst-Case-Szenario vorgerechnet, bis Ende September bei rund 100.000 pro Tag bewegen sollten. Wenn das Impftempo und damit die Impfquote in den nächsten Wochen vor allem bei den Jüngeren nicht deutlich anziehen und so die Ausbreitung der Delta-Variante des Virus bremsen, könnte es einen Strategiewechsel der Politik in der Pandemiebekämpfung geben.

          Statt die Keule der (teilweisen) Impfpflicht wie in Frankreich und Griechenland zu schwingen, will Merkels Vertrauter in Corona-Fragen Millionen noch impfmüden oder impfunwilligen Bürgern die Vorteile der Spritze drastisch vor Augen führen. Ein ohnehin nicht unbedingt sicherer Schnelltest reicht dann bald nicht mehr aus, um mit (geimpften) Freunden ein Bundesligaspiel zu besuchen oder essen zu gehen.

          Impfpflicht durch die Hintertür

          Es wäre schon eine Impfpflicht durch die Hintertür, weil sie Bürger dazu zwingt, sich impfen zu lassen, wenn sie weiter am gesellschaftlichen Leben teilhaben wollen. Aber es würde auch dazu führen, dass die Pandemie durch eine hohe Impfquote austrocknet. Mit welch politischem Sprengstoff der CDU-Politiker Braun hantiert, machen nicht nur die heftigen Proteste von Impfgegnern in Athen und Paris gegen ähnliche Pläne deutlich.

          Auch Kanzlerkandidat Laschet widerspricht seinem Parteifreund. Sein Plädoyer, Ungeimpfte mit Test weiter in Biergärten oder Kinos zu lassen und ohne Druck bis zum Ferienende auf reine Überzeugungsarbeit bei Impfmuffeln zu setzen, könnte indes schon bald von der vierten Welle überrollt sein. Laschets Quälgeist Söder macht zudem Druck auf einer anderen Impfbaustelle. Anders als Laschet dringt der CSU-Chef auf ein Impfprogramm für Schüler – unabhängig von der Ständigen Impfkommission. Denn hier ist Warten bis zum Herbst womöglich auch nicht die beste Option.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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