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Batterieforschung : Wohin der Hase läuft

Ein Elektroauto wird an einer Ladestation aufgeladen. Bild: dpa

Die Suche nach einem Standort für staatlich geförderte Batterieforschung gehorcht einer alten Gewohnheit: Die Zukunft liegt im Westen, die schönen Worte gehen nach Osten.

          Im Streit um den Standort einer Forschungsfabrik für Batteriezellen gehen die Dinge ihren üblichen Gang: Westdeutsche Länder und Städte ringen untereinander mit harten Bandagen um viel Geld vom Bund. Nutznießer wird am Ende, hoffentlich und völlig zurecht, die deutsche Autoindustrie sein.

          Der Autoindustrie ist außerdem zu wünschen und zu gönnen, dass staatlich geförderte Forschung mehr bringt als ihre eigene. Es gibt allerdings Erfahrungen, die dagegen sprechen. Dasselbe gilt für den „besten“ Standort. Zu den Auswahlkriterien gehören Anknüpfungspunkte schon existierender Produktion und Forschung. Warum dann nicht gleich nach Wolfsburg, Ingolstadt oder Stuttgart?

          Wenn aber in mehrfacher Hinsicht trotz vieler „objektiver“ Kriterien am Ende doch eine politische Entscheidung getroffen wird, warum dann nicht stattdessen im Sinne der politisch vielbesungenen Dezentralität, der Strukturhilfen und Gleichwertigkeit? Warum nicht nach Osten?

          Aus Ostdeutschland gab es bis zuletzt nur eine Bewerbung aus Dresden. Es sollte nicht überraschen, wenn andere mögliche Standorte von Rostock bis Zwickau gar nicht erst angetreten sind, weil von vorneherein klar war, wohin der Hase läuft: nach Westen. Nicht obwohl, sondern gerade weil schon alles da ist, was man zum Leben braucht.

           

           

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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