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Jasper von Altenbockum (kum.)

Akzeptanz der Corona-Politik : Selbstlosigkeit ist stärker

Mitarbeiter eines Krankenhauses in Madrid halten im April eine Schweigeminute nach dem Tod des Chefchirurgen der Klinik, der am Coronavirus starb. Bild: dpa

Der Mehrheit der Deutschen muss nicht lange erklärt werden, worin der Sinn der Corona-Politik liegt. Selbst die AfD hat offenbar eine Ahnung davon.

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          Auch am Wochenende werden wieder die Corona-Zeitgenossen die Bühne für sich beanspruchen, die vom Mundschutz bis zur Corona-App alles für übertrieben halten, was der Eindämmung der Pandemie dient. Der Parteitag in Kalkar ist für AfD geradezu das Symbol dafür, dass ein Gespenst in Europa umgehe, der Pandemismus.

          Selbst die AfD-Fraktion im Bundestag musste nun aber in den Worten ihrer Vorsitzenden Weidel zugeben, dass die vornehmste Aufgabe des Staates darin bestehe, die Krankenhäuser nicht kollabieren zu lassen und für ausreichende Kapazitäten zu sorgen. Nun, genau darum geht es die ganze Zeit.

          Der Mehrheit der Deutschen muss das nicht lange erklärt werden. Der Zuspruch für die Politik von Bund, Ländern, Städten und Landkreisen ist zwar etwas gesunken, ist aber beständig auf sehr hohem Niveau. Die Zahl der Befragten, die härtere Maßnahmen fordern, liegt deutlich höher als die derjenigen, die sie für übertrieben halten.

          Alles in allem muss man sagen: Das Maß an Vernunft und an Vertrauen in die Politik, die Bereitschaft auch, den Eigensinn für den Gemeinsinn zurückzustellen, ist so groß wie selten zuvor. Es muss für Minister, Abgeordnete, Bürgermeister und Landräte eine Genugtuung sein, dass sie auch einmal etwas richtig machen.

          Für die vielen Beschäftigten, die mit der Pandemie-Bekämpfung direkt zu tun haben und viel zu selten zu Wort kommen, wird es eine Bestätigung sein, dass ihre Arbeit nicht unbeachtet bleibt. Sie bedeutet allzu oft, zumal in Krankenhäusern und Pflegeheimen, selbstlose Aufopferung.

          Die kleine Minderheit der Egoisten und Störer wird es nicht davon abhalten, auf die Straße zu gehen und sich die Maske vom Gesicht zu reißen. Ärgerlich ist, dass sie sich auch im Parlament dabei noch im alleinigen Besitz der Verfassung wähnen. Sind es verfassungswidrige „Kungelrunden“, die eine Politik aushecken, die auf so große Zustimmung stößt?

          Vielleicht kehrt mancher Kritiker vor seiner eigenen Tür. Fraktionen sind in der Verfassung auch nicht vorgesehen. Ist Weidel deshalb eine verfassungswidrige Gestalt? Darüber ließe sich streiten. Aber aus anderen Gründen.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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