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Der Fall Lübcke : Die einsamen Opfer des Mobs

Ein Bild von Walter Lübcke auf einem Platz der Ehrentribüne beim Hessentag in Bad Hersfeld am Sonntag. Bild: dpa

Auch das gehört zum Kapitel Digitalisierung: der schleichende Autoritätsverlust des Staates – die Verharmlosung des Schwarmextremismus’.

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          Hat der Mob, der in den digitalen Netzwerken wütet und hetzt, was er wollte? Sollte sich der Verdacht bestätigen, den die Ermittler gegen einen mutmaßlichen Rechtsextremisten hegen, wäre der tödliche Schuss auf Walter Lübcke eine Tat, die auf viele Worte folgte – viel zu viele, ohne dass mit aller Macht dagegen eingeschritten worden wäre.

          Die unübersehbare Verrohung wird seit Jahren beobachtet, aber statt dass sie unterbunden, wenigstens eingeschränkt wird, breitet sie sich weiter aus. Der Staat hat es im Fall Lübckes gar zugelassen, dass noch im Tod auf einen seiner Repräsentanten gespuckt wird. Möglich wurde das nur, weil zu lange vor der verführerischen Macht „sozialer“ Netzwerke gekuscht wurde. Auch das gehört zum Kapitel Digitalisierung: der schleichende Autoritätsverlust des Staates, die Verharmlosung des Schwarmextremismus'.

          Wer auch immer das Leben Lübckes auf dem Gewissen hat, er hat und hatte Sympathisanten, die vor Gericht gehören. Daran, wie viele es sein werden, wird man sehen, wie einsam die Opfer sind, die im Netz tagtäglich durch den Dreck gezogen werden.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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