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CDU streitet über Verschiebung : Pandemie-Parteitag

  • -Aktualisiert am

Abhalten oder verschieben? Die CDU ringt um ihren Parteitag in Corona-Zeiten Bild: dpa

Soll der CDU-Parteitag mit mehr als 1000 Delegierten angesichts rasant steigender Infektionszahlen stattfinden? Laschet fordert eine Verschiebung, Merz widerspricht. Am Schluss hat das Virus das letzte Wort.

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          So wie das Coronavirus keine Rücksicht auf Urlaubsträume oder den Deutschen heilige Familienfeiertage wie Weihnachten nimmt oder zu nehmen droht, hängt auch der (noch) als Präsenzveranstaltung mit mehr als tausend Delegierten geplante CDU-Parteitag am 4. Dezember vom Verlauf des Infektionsgeschehens ab. Von den drei CDU-Kandidaten für den Parteivorsitz hat nun Armin Laschet als Erster vor der Präsidiumssitzung an diesem Montag ausgesprochen, was seit Tagen in der Union in dieser Pandemie-Lage erwogen wird: die Entscheidung über die Nachfolge Kramp-Karrenbauers und mittelbar damit die über die Kanzlerkandidatur auf das nächste (Früh-)Jahr zu verschieben. Was Parteien von den Bürgern erwarteten, müssten sie auch selbst einhalten; nämlich persönliche Kontakte reduzieren, wo es nur gehe. So empfiehlt sich Laschet nebenbei als volksnaher Politiker mit Vorbildfunktion ohne eigene Interessen.

          Der heftige Widerspruch seines schärfsten Rivalen Merz gegen eine Verschiebung der Abstimmung mit dem Hinweis auf fehlenden Staatsnotstand und die Parteisatzung überrascht nicht vor dem Hintergrund des aktuellen Stimmungsbildes an der Basis. Dort liegt Merz weit vor Laschet und vor Röttgen, dem dritten Bewerber. Das nun ins Spiel gebrachte Konzept eines auf mehrere Standorte verteilten Parteitags mit jeweils hundert Teilnehmern könnte der kreative Ausweg sein. Vorausgesetzt, es gibt keinen zweiten Lockdown.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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