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Attentat auf Bürgermeister : Die Dummschwätzer

Angriffe wie auf den Bürgermeister von Altena sollten eine Mahnung sein. Eine Mahnung an alle, die über Politiker reden, als seien sie Freiwild.

          Das Attentat auf den Bürgermeister von Altena sollte nicht abgehakt werden, so als sei es die einsame Tat eines alkoholisierten Spinners. Solche Angriffe sind eine Mahnung an alle, die über Politiker reden, als seien sie Freiwild. Man kennt die Sprüche: „Die machen eh, was sie wollen!“ – „Alles Lügner und Verbrecher!“

          Wer so daherredet, der zückt schon das verbale Messer. In Zeiten, in denen sich die Gesellschaft so emotional polarisiert wie während und nach der Flüchtlingskrise, gilt das erst recht. Andreas Hollstein stand für die Bürgermeister und Landräte, die damals anpackten, ohne lange zu fragen – kompetent, umsichtig, professionell. Das politikfeindliche Gerede darüber ist nicht deshalb dumm, weil es gegen die Etikette verstoßen würde oder „politisch inkorrekt“ wäre. Es stimmt ganz einfach nicht, was die Dummschwätzer sagen.

          Ob Bürgermeister oder Bundesminister: Sie sind immer härteren Meinungen ausgesetzt, die auf immer schwächerem Informationsgehalt beruhen – obwohl (oder gerade weil?) es Informationen im Überfluß gibt, aus denen man klüger werden könnte. Und friedlicher.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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