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Große Koalition : Keine schöne Zeit im Mistbeet

Martin Schulz muss überlegen, ob er in eine große Koalition will. Bild: AFP

Die SPD ändert gradweise ihren Kurs in Richtung große Koalition. Merkel hilft als „redliche“ Maklerin.

          Das Merkel-Projekt „Große Koalition III“ kommt ins Rollen. Die CDU-Vorsitzende musste ihre Partei für dieses Vorhaben nicht erst mühsam gewinnen. Die hätte nach der Wahl am liebsten gleich mit der SPD jene „ernsthaften, engagierten und redlichen“ Gespräche geführt, die Merkel den Sozialdemokraten jetzt anbietet.

          Die müssen nicht zwingend harmonischer verlaufen als der Sondierungsmarathon, den die Kanzlerin hinter sich hat, wenn schon der alte Dissens über ein Unkrautvernichtungsmittel die Gemüter erregt. Die Führungen beider Parteien wissen freilich, dass eine staatstragende Kraft wie die SPD nach dem Scheitern von Jamaika nicht in ihrem Schmollwinkel sitzen bleiben kann. Das würden auch viele ihrer verbliebenen Wähler nicht gutheißen.

          Ganz vorsichtig gewöhnt die SPD-Spitze die mittlere Funktionärsschicht daran, dass es doch nichts wird mit der schönen Zeit im Mistbeet der Opposition. Die Kanzlerin geht in dieser heiklen Phase des gradweisen Kurswechsels als „redliche“ Maklerin auf SPD und Schulz zu, damit es eines Tages wieder heißt: Halb zog sie ihn, halb sank er hin.

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