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Nordkorea-Kommentar : Ein politischer Kater

Im Streit um Chinas Nordkorea-Politik muss Trump sich entscheiden: Will er die atomare Abrüstung des Desperado-Regimes in Nordkorea? Oder will er Peking handelspolitisch in die Knie zwingen? Beides kann er nicht haben.

          Im Juni hatten der amerikanische Präsident und der nordkoreanische Diktator so getan, als seien sie ein Herz und eine Seele, bereit zu Frieden und nuklearer Abrüstung. Jetzt ist die Hochstimmung des Gipfels verflogen, und auch Dealmaker Trump muss feststellen, dass es völlig unklar ist, wozu sich Kim Jong-un verpflichtet hat, ja, ob er sich überhaupt zu etwas verpflichtet hat.

          Ein politischer Kater. Trump gibt China die Schuld daran, dass das Regime in Pjöngjang das Visier wieder heruntergelassen hat. Peking übe Rache für amerikanische Zölle auf chinesische Produkte. Wenn es so ist, wie Trump suggeriert, dass China tatsächlich „riesigen Druck“ auf Nordkorea ausübt, dann muss er Prioritäten setzen: Will er die vollständige und unwiderrufliche atomare Abrüstung des Desperado-Regimes in Nordkorea? Oder will er Peking handelspolitisch in die Knie zwingen?

          Beides wird so einfach nicht zu haben sein. Aber auch Peking muss sich entscheiden zwischen der Alimentierung des totalitären Regimes und einem (weitgehend) ungehinderten Zugang zum amerikanischen Markt.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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