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Röttgens Bewerbung : Störung beim Kandidaten-Mikado

Kann Norbert Röttgen der CDU den Machterhalt sichern? Bild: dpa

Nun will es auch Norbert Röttgen wissen. Im Zweifel, das zeigt auch die lange Amtszeit Merkels, unterwirft die CDU sich der Person, die ihr die besten Aussichten auf den Machterhalt bietet.

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          Wenn es nicht um die Zukunft einer so wichtigen Partei wie der CDU ginge und auch noch um die Frage, wer nächster Bundeskanzler werden soll, dann könnte man den drôle de guerre der Kandidaten mit einer gewissen Belustigung verfolgen. Offenbar waren Laschet, Merz und Spahn, die sich als Bewerber haben handeln lassen, ohne selbst zu handeln, der Idee nicht abgeneigt, noch vor Ausbruch von Feindseligkeiten einen Waffenstillstand zu schließen („Teamlösung“), um dann untereinander auszumachen, wer am Ende Sieger aller Klassen wird. Doch nun stört ein Vierter das Triumvirat beim Kandidaten-Mikado. Röttgens Überraschungszug zwingt die drei Parteifreunde aus seinem Landesverband dazu, aus der Deckung zu kommen. Röttgen ist bisher auch der Einzige, der wenigstens in Grundzügen dargelegt hat, welchen Kurs er als CDU-Vorsitzender vorgeben würde.

          Wer Röttgen kennt, weiß, dass das nur ein Kurs der Mitte sein könnte. Auch die anderen drei Kandidaten würden freilich keine andere Richtung einschlagen. Denn ein CDU-Vorsitzender muss in der Mitte seiner Partei stehen, wenn er sie zusammenhalten will – was er muss, wenn sie als Volkspartei überleben soll. Ein allzu großer Merkel-Fan ist Röttgen nicht, jedenfalls nicht mehr, seit er ihr Kabinett verlassen musste. Röttgens Satz, dass Merkel „nach meinem Wollen bis zum Ende der Wahlperiode Kanzlerin bleiben“ könne, spricht Bände. Doch gibt er sich Mühe, nicht so nachtragend zu erscheinen wie Merz. Auch vor Kritik an Kramp-Karrenbauers in der Tat etwas realitätsfremden Vorstellungen in Sachen Kandidatenkür schreckt Röttgen nicht zurück.

          Eine Armee von Unterstützern aber hat er nicht hinter sich. Und dann schleppt er auch noch diese Hypothek mit sich herum: Er hat 2012 die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen krachend verloren. Laschet dagegen ist dort 2017 Ministerpräsident geworden. Im Zweifel, das zeigt auch die lange Amtszeit Merkels, unterwirft die CDU sich der Person, die ihr die besten Aussichten auf den Machterhalt bietet. Freilich gehen mittlerweile auch in dieser zentralen Frage die Meinungen in der Partei auseinander.

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