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Gelockerter Lockdown : Sehnsuchtsort Saarland

  • -Aktualisiert am

Bald wieder ein volles Vergnügen?: Ein Biergarten am Saarufer in Saarbrücken Bild: dpa

Mitten in der dritten Welle der Pandemie werden im Saarland wieder Theater, Kinos oder Biergärten geöffnet - und damit die Öffnungsschritte im Lockdownplan umgesetzt. Aber das Risiko lauert im Nachbarland.

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          Für pandemiemüde Deutsche ist Tobias Hans nach dem Osterdebakel des Corona-Gipfels der Ministerpräsident der Stunde. Und das von ihm regierte Saarland wie Mallorca womöglich bald Sehnsuchtsfluchtort vor der alltäglichen Corona-Tristesse. Fitnessstudios, Kinos, Theater und auch die Biergärten dürfen dort wieder öffnen, unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln und für Bürger mit tagesaktuellen Negativ-Test.

          Was sich wie ein Ende des Lockdowns anfühlt, ist indes nur die Umsetzung jenes Anfang März beschlossenen Lockdownplans von Ministerpräsidenten und Kanzlerin. Der Beschluss sieht eben auch jene Öffnungsschritte vor, falls die Bedingungen dazu erfüllt werden: Im Saarland wie auch in Schleswig-Holstein liegen die Inzidenzwerte (noch) deutlich unter 100 Infektionsfällen pro 100000 Einwohner. Falls das „Saarland-Modell“ Schule macht, das sich wiederum an dem auch von Angela Merkel empfohlenen Vorbild Tübingen orientiert, wäre dies ein zusätzlicher Hoffnungsschimmer neben dem versprochenen „Impfturbo“ nach Ostern.

          Doch das Risiko, das Hans mit der Öffnung trotz Massentestung und Impffortschritt eingeht, zeigt sich nur ein paar Kilometer weiter. Die mögliche Einstufung ganz Frankreichs und nicht nur der Grenzregion Moselle als Corona-Risikogebiet ist für das Bundesland mit seinem hohen Pendleranteil mehr als ein Warnsignal. Denn das Virus macht nicht kurz vor Saarbrücken halt.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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