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Missbrauchsfälle in Münster : Kinder besser schützen

  • -Aktualisiert am

Tatort Gartenlaube: In dieser Kleingartenkolonie in Münster wurden mehrere Kinder brutal sexuell missbraucht. Bild: dpa

Der monströse Fall von Kindesmissbrauch in Münster macht sprachlos. Forderungen an Justizministerin Lambrecht sind deshalb richtig, die Gesetze für solche Taten zu verschärfen. Doch mehr Erfolg versprechen Programme zur Prävention.

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          Das ist schnell gesagt: Man muss härter gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornographie vorgehen. Selbstverständlich sollte die Gesellschaft Kinder davor bewahren, „dass sie gefoltert werden, dass sie sexuell missbraucht werden, dass man mit ihren Seelen, mit ihrem Körper Geld verdient“, wie die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer am Montag sagte. Der Fall Münster führt die Brutalität solcher Taten vor Augen. Die Forderung an Justizministerin Christine Lambrecht (SPD), die längst verlangten Verschärfungen in Gesetze zu gießen, ist daher richtig.

          Die Ermittler brauchen mehr Mittel, um der wachsenden Szene im Darknet Herr zu werden. Denn wenn es keinen Markt mehr gibt für solche Bilder und Videos, werden sie auch nicht mehr so oft produziert. Nordrhein-Westfalen zeigt, dass es geht: Da seit dem Fall Lügde Kapazitäten und Ausstattung der Polizei verbessert wurden, werden auch mehr Täter gefasst.

          Bei der Forderung, den Strafrahmen zu erhöhen, ist aber zu fragen, ob das wirklich hilft: Lassen sich Triebtäter davon abschrecken, dass sie statt sechs auch acht Jahre in Haft kommen könnten? Schon jetzt ist eine Höchststrafe von zehn Jahren möglich. Mehr Erfolg versprechen Präventionsprogramme wie „Kein Täter werden“. Man kann eine Störung der Sexualpräferenz nicht einfach ausschalten. Aber man kann verhindern, dass die Männer, die unter dieser Störung leiden, ihren Drang ausleben.

          Alfons Kaiser
          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

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